1973 wurde er zum ersten Mal gebaut. Die Rede ist vom Opel Kadett C, einem Wagen der unteren Mittelklasse. Das millionenfach hergestellte Fahrzeug, von dem es mit dem Kadett GT/E 1975 auch eine sportliche Version gab, ist mittlerweile zur Rarität geworden. Am Sonntag, 10. Juli, sind einige dieser Oldtimer von 9 bis 18 Uhr bei einem Oldtimer-Treffen auf dem Gelände des Globus Einkaufsmarktes in Forchheim zu bestaunen.

Liebhaber nostalgischer Automobile kommen sicher auf ihre Kosten, denn eine Vielzahl der aufwändig gepflegten Vehikel werden erwartet. Wie viele Veteranen der Landstraße die Zaungäste zu sehen bekommen werden, sei schwer zu sagen, erklärt Organisator Ralf Reichelt. Die Einladungen wurden via Facebook verschickt. Wer Lust hat, kommt vorbei. Im dreistelligen Bereich werde die Zahl der Oldtimer, die präsentiert werden, sicher liegen, denn die Wetterprognose verspricht Sonnenschein pur, glaubt Reichelt. Bis zu tausend Oldtimer haben Platz. Teilnehmen dürfen Autos bis Baujahr 1986.


Vom Oldie-Fieber infiziert

Der Fahrlehrer ist vom Oldtimer-Fieber gepackt, seit er den Führerschein hat. "Ich war markenmäßig nicht festgelegt, suchte einen fahrbaren Untersatz", erinnert sich Reichelt. Da fiel ihm das Inserat eines C-Kadett in die Hände. "Der war tiefer gelegt und sah spitzenmäßig aus." Ab da war der gelernte Fahrzeug-Lackierer mit dem Oldtimer-Virus infiziert. Als Hochzeitsgeschenk spendierte er seiner Frau Birgit einen C-Kadett. Die Besonderheit: Der hat ein schwarzes Vinyldach, eine Ausstattung, die es so serienmäßig gar nicht gegeben hat. Das hat ein Sattler aus Flörsheim auf besonderen Kundenwunsch drauf gemacht, aber das war sehr selten, hat der Tuning-Experte in Erfahrung gebracht, der zwei solcher Raritäten in seinem Schuppen stehen hat. Das Hochzeitsgeschenk, das beigefarbene Kadett Coupe hat Reichelt ein wenig aufgepeppt: Mit einem 2,6 Liter Motor und 242 PS, Überrollbügel, Sportfahrwerk und Sportsitzen. Allerdings steht der Flitzer in der Garage. Unter dem Front-Aufbau hat der Tüftler Rost entdeckt. Und das geht gar nicht. Erst wenn das neue Blech eingeschweißt ist, kann die Rarität, die ursprünglich als Alltags-Auto gedacht war, auf die Straße.


MG Baujahr 1957

Dafür fährt Ralf Reichelt mit einem MG 1500 Baujahr 1957 vor. Der kommt aus dem sonnigen Kalifornien. Gekauft hat ihn Reichelts Vater Anfang der 1990er-Jahre. Dann wurde das Fahrzeug technisch komplett runderneuert und 1995 bekam es die deutsche Erstzulassung. Ein Auto mit Patina, denn der Lack in der Farbe burgund hat zwar ein paar Macken ist aber immer noch original. Bremskraftverstärker oder Servolenkung sucht man bei so einem Auto vergebens. Aber der Wagen springt sofort an. Der Motor röhrt und versetzt Fahrer und Zaungäste in nostalgische Stimmung. Der Tacho weist etwas mehr als 25 000 Meilen aus. "Es können aber auch 125 oder gar 225 000 sein, mehr als fünf Stellen hat die Anzeige nicht", schränkt der Fahrlehrer ein.


Absolute Rarität

Der Auto-Bastler ("Ich mag keine Neuwagen") arbeitet im Moment an einer absoluten Kostbarkeit, einem "Studebaker Pick Up der R-Serie. "Von diesem Fahrzeug, das zwischen 1949 und 1953 in South Bend nahe des Michigan-Sees hergestellt wurde, gibt es in ganz Europa keine fünf Stück", weiß Reichelt. Sein Exemplar kann man im Moment auch noch nicht wirklich ein Auto nennen. Aber der Anfang ist gemacht. "Es wird halt ein paar Jahre dauern. Aber dann besitze ich eine absolute Rarität" freut er sich.