Susanne Müllers erster Griff ins Regal fördert einen Erdbeer-Bananen Smoothie zu Tage. "Zuhause mache ich das selbst, aber für die Schultüte reicht auch das Fertigprodukt", erklärt die Ernährungsexpertin. Ergänzt werden die pürierten Früchte durch Obst und Gemüse in ganzer Form. Exemplarisch verstaut Susanne Müller Trauben, Cocktailtomaten und Kohlrabi im Einkaufswagen. Auf die Sorte komme es dabei nicht an und - "es muss auch nicht gekocht sein", sagt Müller. Die Rohkost könne einfach klein geschnitten und in die Brotzeitbox gepackt werden.

In diesem Moment sieht sich die 45-Jährige suchend um: "Wir brauchen auf jeden Fall noch eine schöne Brotzeitbox." Denn wenn die Kinder Spaß an der Dose haben, sei das bereits die halbe Miete. Nachdem zwei Boxen gefunden sind - eine für Obst, eine für Gemüse und Brot - meint Susanne Müller bestimmt: "Jetzt müssen wir natürlich zu den Süßigkeiten."

Vor dem Regal verweilt sie kurz und greift dann zu den bunten Schnuller-Gummibärchen. Es sei aber auch hier völlig egal, für was man sich entscheide, da alles zuckerlastig sei. Für Müller, selbst Mutter von zwei Kindern, ist ausschlaggebend: "Es muss was fürs Auge sein und Süßigkeiten, die Kinder wirklich gerne mögen."
Von den vermeintlich gesünderen Alternativen oben im Regal hält die 45-Jährige daher nicht viel: "Da ist genauso Zucker drin."

Keine Extreme fahren


Während Obst und Gemüse für genügend Vitamine und Mineralstoffe sorgen, kümmern sich die Süßigkeiten eben um den Gefühlshaushalt der Kinder am ersten Schultag. "Man wird nur einmal eingeschult, da darf auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen", sagt Susanne Müller. An den normalen Schultagen hätten Süßigkeiten allerdings nichts im Rucksack zu suchen: "Die Zuckerware raubt dem Körper Mineralstoffe, die er dringend für den Körperaufbau benötigt."

Man müsse in der Ernährung bei Kindern eben "Kompromisse fahren, und nicht in die Extreme fallen", erläutert die Oecotrophologin. Eine Doktorarbeit dürfe man aber auch nicht daraus machen, fügt sie hinzu und hat noch einen Tipp für alle, die sich keine Gedanken machen wollen: "Dem Kind zu allem, was es isst, die Hälfte an Obst und Gemüse dazugeben. Damit liegt man auf der guten Schiene."