Ein bisschen wie ein Zirkus ist das Gebäude der neuen Kinderkrippe "Die Rotznasen" konzipiert: Die große Aula in der Mitte ist die Manege. Hier wird gegessen, hier können die Kinder rennen, Ball spielen und turnen. Rund um die Aula sind die Räume für die Gruppen angeordnet: Jede der drei Gruppen hat einen Gruppenraum ebenso einen Schlafraum und einen Wickelraum.

Am Freitag wird die offizielle Schlüsselübergabe stattfinden, auch wenn die Kinder und ihre Erzieherinnen bereits seit November in den neuen und freundlich bunten Räumen zu Hause sind.

Stadt zahlt 403.000 Euro

Etwas mehr als eineinhalb Millionen Euro kostete die Errichtung der neuen Kinderkrippe insgesamt. Das bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst übernahm davon 909.000 Euro, der Verein Integrative Kinderkrippe Forchheim schulterte 275.000 Euro. Die Stadt Forchheim übernahm die restlichen 403.000 Euro. Der Stadtrat hatte sich im Juni 2013 für den Neubau der Kinderkrippe am Forchheimer Ernst-Reuter-Platz entschieden. "Hilf mir, es selbst zu tun" - dieser Leitsatz von Maria Montessori ist für die Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe "Die Rotznasen" in Forchheim mehr als nur eine Idee.

Sie wollen die Kinder dazu anregen, selbstständig zu werden. Weil der Abnabelungsprozess eine Weile dauere, sollten sich die Eltern mindestens vier Wochen Zeit nehmen, bis die Eingewöhnung gut abgeschlossen ist. "Der Krippenalltag ist für die Kinder wie Arbeit", berichtet Diplompädagogin Anja Sauerborn. Sie ist die Leiterin der Kinderkrippe.

Die Kinder erlebten jeden Tag ihre Eindrücke, die vielen anderen Kinder um sie herum, die Erwachsenen, die Umgebung - das alles mache müde.

"Wir achten in unserer Einrichtung sehr darauf, was für das jeweilige Kind gut ist und richten uns nach dessen Bedürfnissen", erklärt Sauerborn das Konzept. Aus diesem Grund sind in jeder Gruppe mindestens drei pädagogische Kräfte beschäftigt: Pädagogen ebenso wie Erzieher, Kinderpfleger, Heilpfleger und Praktikanten. Ab einem Alter von sieben Monaten können Kinder die Kinderkrippe besuchen.

Kinder lernen von Kindern

Die in den Gruppen beschäftigten Kräfte fördern die Kinder in ihrer Entwicklung ebenso wie sie darauf achten, dass sie sich gut in die Gemeinschaft der anderen Kinder einfügen.

In den Gruppen sind Kinder mit unterschiedlichem Alter bunt gemischt untergebracht. So können die Jüngeren von den Älteren lernen - und die Älteren lernen gleichzeitig, dass sie auf diese Rücksicht nehmen müssen.
Überhaupt gucken sich die Kinder laut Sauerborn viel untereinander ab, wenn sie beispielsweise im Matschraum mit Farben oder Wasser spielen, berichtet die Leiterin. Viele der hohen Räume sind mit Ebenen ausgestattet, auf denen die Kinder turnen und sich bewegen können.