VDE-8 heißt das Kürzel, unter dem bei der Bahn (DB) der für ICE-Betrieb notwendige viergleisige Ausbau der Bahnstrecke München-Berlin firmiert. Weite Teile sind schon fertig gestellt. Die Lücke mitten in Franken wird immer kleiner.

Von Norden her nähert sich die Baustelle Ebensfeld bei Lichtenfels, wo die neue Trasse in die vorhandene Gleisstruktur eingefädelt werden muss. Von Nürnberg nach Norden stockt es derzeit, bis der Streckenverlauf bei Fürth geklärt ist.

Dafür hat die Bahn den nördlich anschließenden Abschnitt zwischen dem Bahnhof Erlangen und dem in Baiersdorf in Angriff genommen. "Wir nutzen die Ruhezeit der Vegetation, um die Bäume entlang der bisherigen Gleise zu fällen", erläuterte dazu DB-Projektsprecher Frank Kniestedt. Das ist jede Menge Holz, sieht man am deutlichsten nördlich des Burgbergtunnels. Viel in der Aststärke eines Gebüsches , aber auch mächtige Eichenstämme. Das Abholzen ist unumgänglich, um den Damm für die neuen Gleise zu planieren. Der eigentliche Baubeginn ist für das zweite Quartal 2014 vorgesehen.

Anspruchsvolles Unterfangen

Das größte Bauwerk auf dem acht Kilometer langen Streckenabschnitt ist die zweite Tunnelröhre durch den Berg. Auch sie wird über 300 Meter lang werden wie die bestehende. Sie wurde 1844 bereits gebaut als erster Tunnel in Bayern für die damalige Ludwig-Süd-Nord-Bahn.

Die zweite Röhre ist ebenso wie der alte Tunnel ein bergbautechnisch anspruchsvolles Unterfangen. Wegen der geologischen Verhältnisse im Burgberg. Erkundungen haben ergeben, dass man beim bergmännischen Vortrieb auf wechselnde Gesteinsschichten stoßen wird. Der sogenannte mittlere Burgsanstein ist nämlich mit Sand- und Tonschichten durchsetzt. Dadurch verändert sich die Festigkeit des Gesteins in ganz kurzen Abschnitten und fordert so die Tunnelbaufachleute heraus.

Zwei Betonschalen sollen dafür sorgen, dass der Berg über der Baustelle nicht in Bewegung kommt.
Dazu werden während der Vortriebsarbeiten die Bodenbewegungen ständig kontrolliert, vor allem um die Gebäude auf dem Berg nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Im weiteren Verlauf der Strecke sind zwei Straßenbrücken neu zu bauen und acht Überführungen zu verbreitern.

Verhandlungen laufen

Als Flächenausgleich stellt die Bahn den Hirschweiher südwestlich von Igelsdorf wieder her. Am Bahnhof Baiersdorf muss die Unterführung mit Zugang zu den Gleisen nach Osten um die Gleisbreiten verlängert werden. Auch die Rampe muss abgerissen und neu gebaut werden. Über die Fragen der Bauweise und der Kosten verhandelt derzeit die Stadt Baiersdorf mit der Bahn.