In seiner liebenswerten Bescheidenheit war es Pfarrer Bartholomäus Götz schon fast ein wenig peinlich, als ihm die Gläubigen seiner Gemeinde Niedermirsberg-Neuses-Poxstall nach dem sonntäglichen Gottesdienst in der Kirche St. Jakobus von Herzen zum 60. Priesterjubiläum gratuliert haben. Auch Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) übermittelte seine Glückwünsche.

Seit 45 Jahren wirkt der 86-jährige Geistliche nun schon als Seelsorger im Mühlbachtal. Er würde dies auch noch gern länger tun - selbst wenn er inzwischen manchmal in seinen Predigten den Faden verliert.

Aber Götz ist geistesgegenwärtig und gewitzt genug, um schnell wieder die Kurve zu kriegen. Oft haben es die Gläubigen nicht einmal bemerkt, dass Götz ein wenig improvisieren musste. "Aber die vielen Schreibarbeiten, die ich immer noch selbst erledige", fielen ihm schon schwer. Er, der nie eine Pfarrsekretärin hatte, denkt nun sogar daran, "in ein Altenheim zu gehen".

Russische Gefangenschaft

Bartholomäus Götz wurde als drittes von sieben Geschwistern in Kirchehrenbach am Fuße des Walberla geboren und musste mit 17 Jahren den Schoß der Familie verlassen.

Er zog in den Zweiten Weltkrieg, aus dem er erst nach russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte. Bald darauf folgten für den jungen Mann Abitur und Theologiestudium in Bamberg, wo einer seiner Professoren der spätere Erzbischof Dr. Schneider war. 1954 erhielt Bartholomäus Götz von Erzbischof Josef Otto die Priesterweihe.
Nach 15 Jahren Dienst in verschiedenen Pfarreien des Erzbistums Bamberg kam er im Jahr 1969 nach Niedermirsberg.

In den langen Jahren seines Kirchenamts wirkte er 23 Jahre als Religionslehrer an der Staatlichen Realschule und am Gymnasium in Ebermannstadt. Götz betreute als Pfarrverweser die Gemeinden Weilersbach, Unterleinleiter und Wichsenstein und wurde nach seiner Pensionierung vor fünf Jahren von Erzbischof Ludwig Schick als Subsidiar mit der regelmäßigen seelsorgerischen Mithilfe im Pfarreienverbund Feuerstein betraut. In Niedermirsberg blieb Götz ohnehin wohnen.

So kam es, dass der rüstige Geistliche neben der Seelsorge in seiner Stammpfarrei Niedermirsberg regelmäßig im Wechsel die Vorabendmesse in den Ebermannstadter Filialkirchen Rüssenbach, Gasseldorf und Wohlmuthshüll feierte. Und auch am Bauen hatte Pfarrer Götz wie viele seiner anderen geistlichen Mitbrüder stets viel Spaß.

Davon kann man sich in Niedermirsberg heute noch überzeugen. Bei dem Priesterjubiläum dürfte wohl so mancher der Gläubigen insgeheim dafür gebetet haben, dass ihnen ihr Geistlicher Rat Pfarrer Bartholomäus Götz noch einige Jahre erhalten bleibt.

Hochdekoriert ist er schon jetzt: Bartholomäus Götz hat unter anderem die Goldene Ehrennadel des Landesverbands Katholischer Männergemeinschaften Bayern und das Ehrenwappen der Stadt Ebermannstadt bekommen.