Fußball-Hooligans nennen es Ackerfest. Sie verabreden sich über das Internet oder Telefone, sie treffen sich am Wochenende, völlig unabhängig von Fußballspielen und prügeln sich. Am Ende schütteln sie sich die Hände. Am Sonntagnachmittag gab es einen ähnlichen Fall. Schauplatz war jedoch kein Acker, sondern der Forchheimer Bahnhof.
Gegen 15.30 Uhr haben Passanten die Unruhen am Bahnsteig bemerkt und die Polizeiinspektion Forchheim über eine größere Schlägerei am Forchheimer Bahnhof informiert. Als die ersten Beamten am Bahnsteig angekommen sind, trafen sie dort auf ungefähr 40 Kinder und Jugendliche. Von den gemeldeten Handgreiflichkeiten sahen sie nichts mehr, wie es in einer Pressemitteilung der Forchheimer Polizeiinspektion heißt. Stattdessen versuchten die Jugendlichen zu fliehen, als sie die Polizisten bemerkt hatten. Dennoch konnten diese einige Jugendliche festnehmen.
Im Laufe der folgenden Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass sich zwei Mädchen aus Erlangen mit einem Jungen und einem Mädchen aus Baiersdorf via Facebook am Forchheimer Bahnhof verabredet hatten. Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren wollten dort eine alte Streitigkeit klären. Zur Verstärkung nahm jede der beiden Parteien bis zu 20 Freunde mit. Als die beiden Konfliktparteien dann aufeinander getroffen sind, kam es zu Tumulten und gegenseitigen Beleidigungen. Die Polizei selbst spricht zudem von einigen "Körperverletzungsdelikten". Zwei Jugendlich erlitten leichte Verletzungen.

Ankündigung ist eine Straftat


Es war nicht das erste Mal, dass die Forchheimer Polizei mit der Internet-Plattform Facebook konfrontiert gewesen ist. Im Spätsommer des zurückliegenden Jahres hatte ein Forchheimer Jugendlicher über Facebook zu einer Massenparty auf die Sportinsel eingeladen. Die Polizei fürchtete um die öffentliche Ordnung und konnte den Jugendlichen dazu bringen, die Fete abzusagen.
Polizeioberkommissar Michael Aumüller erklärt, dass bereits das Ankündigen und der Aufruf zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung auf Facebook oder ähnlichen sozialen Netzwerken zu einer Straftat führen kann. Wie viele der 40 Jugendlichen sich direkt an der Auseinandersetzung am Bahnhof beteiligt haben, ist noch unklar.

Zeugenaufruf: