Immer am letzten Dienstag im Monat findet um 18.30 Uhr ein Informationsabend für werdende Mütter (und Väter) im Klinikum Forchheim statt. Seit Kurzem können die Schwangeren auch ihren Babybauch kostenlos fotografieren lassen.
Für Erstgebärende ist die Informationsflut wuchtig, die mit der Geburt des Kindes einhergeht: Habe ich schon eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge? Sollte ich mich mit dem Krankenwagen transportieren lassen, wenn ich einen Blasensprung habe? Darf mein Partner auf dem Notfallparkplatz parken, wenn er mich zum Kreissaal bringt?

Chefarzt Engelbert Heimerl und die leitende Hebamme Petra Loher-Fischer beruhigen: "Schwangerschaft und Geburt sind das Normalste auf der Welt. Und es ist auch normal, dass alles gut geht." Vor rund 70 Interessierten
erläutern die beiden die Vorgänge vor, während und nach der Geburt im Klinikum.

Bei einem Blasensprung beispielsweise empfehlen sie einen großen Müllsack über den Beifahrersitz zu stülpen, damit dem Sitz keine olfaktorischen Erinnerungen an das freudige Ereignis bleiben. Auf dem Notfallparkplatz, auch davon ist beim Informationsabend die Rede, darf man bis zu einer halben Stunde stehen. Während der Besichtigung der Wochenstation und der drei Kreißsäle stellt sich Nur Turan vor. Seit März fotografiert sie für die Firma Baby Smile. Hinter einem Paravent können sich werdende Mütter an diesem Abend ihren Babybauch fotografieren lassen.

Die Zweite in der Warteschlange, Nina aus Höchstadt, ist in der 25. Schwangerschaftswoche und erwartet im August ihr erstes Kind, ein Junge. Sie findet den professionellen Fotoservice vor Ort gut und nimmt das Angebot spontan wahr. "Ich möchte ein Andenken an diese Schwangerschaft haben. Schließlich ist das eine ganz besondere Zeit für mich", sagt sie.


Persönliches Ambiete

Das Babybauch-Foto wird sie auf Whatsapp an Freunde und Verwandte schicken. Sie grinst: "Sicher werde ich auch einen Gipsabdruck von meinem Bauch machen. Vielleicht male ich den Abdruck dann als Überraschungsei an."

Für das Klinikum Forchheim hat sie sich entschieden, weil es in der Nähe von Höchstadt liegt und wegen des persönlichen Ambiente. Sie zöge eine kleine Klinik vor, sagt sie.
Ihre Freundin Claudia, die um den 28. Juli herum die Geburt ihres Mädchens erwartet, lässt sich ebenfalls ablichten, um ein Souvenir in Fotoform zu erhalten. "Man ist so stolz und wartet darauf, dass der Bauch größer wird", beschreibt sie ihre Gefühle. Die Aufnahme wird sie an die Familie und Freunde schicken. Zusammen mit den Ultraschallbildern des Ungeboren sind dies die ersten Aufnahmen für ein Album, welches sie für das Baby anlegen möchte. Die meisten der acht werdenden Mütter, die sich fotografieren lassen, freuen sich auf das Foto, betrachten es allerdings als eine private Sache. Das Bild auf Facebook einzustellen und es so für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kommt für sie nicht in Frage.


14 Tage zur Ansicht

Nach der Geburt nimmt Nur Turan ein zweites Mal Kontakt auf. Innerhalb von 24 Stunden nach der Entbindung vereinbart die Fotografin einen Termin auf dem Zimmer der frisch gebackenen Mutter, um ein Bild vom Baby aufzunehmen.

Eines der Fotos wird auf einem Link der Internetseite des Klinikums in der Baby-Galerie veröffentlicht, wenn die Eltern dies möchten. Auf diese Weise können Freunde und Verwandte, die weiter entfernt sind oder die mit einem Besuch warten wollen, einen ersten Blick auf das neue Familienmitglied werfen. Die Eltern erhalten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein "Baby-Smile-Set" für 14 Tage zur Ansicht, welches drei Fotoserien, Einzelfotos, Geburtskarten, Fotoposter, Leinwand und ein Fotobuch enthält.
Die Bilder der Babybauchfotographie und des Fotoshootings nach der Geburt sind kostenlos. Petra Loher-Fischer, die seit Juni 2016 als Hebamme am Klinikum Forchheim tätig ist, findet das Baby-Smile-Angebot als zusätzlichen Service für die Eltern gut.

Auf einem Monitor gegenüber dem Aufzug, im Wartebereich des Kreißsaals, kann man die Babyfotos bewundern. Auch Fotos von den zehn Hebammen und zwei Helferinnen, die rund um den Kreißsaal aktiv sind.
Pro Jahr erblicken rund 650 Kinder das Licht der Welt im Forchheimer Klinikum, davon kommen 28 Prozent per Kaiserschnitt. Auf diese Quote ist Petra Loher-Fischer besonders stolz, denn sie liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt von 31,8 Prozent.

Die Verlegungsquote des Klinikums ist ebenfalls gering: Von 700 Kindern, die 2015 in Forchheim geboren wurden, wurden lediglich zehn in eine andere Klinik verlegt, 2016 waren es zwölf von 650 Kindern. Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche werden in die geburtshilfliche Abteilung des Klinikums aufgenommen. Die Anmeldung erfolgt in der Regel ab der 34. Schwangerschaftswoche.