In den 70er-Jahren entstand in Leutenbach der Brauch, den Brunnen mitten im Ort unweit der Kirche österlich zu schmücken. Der Impuls kam von Lehrer Vinzenz Kari. Der Brunnen selbst war damals unscheinbar, zusammengesetzt aus Bruchstein aus dem Steinbruch bei Ebermannstadt - kein wirkliches Schmuckstück. Zunächst kümmerte sich die Jugend von Leutenbach um den Osterschmuck. Fichten, buntes Papier und bunte Eier bildeten die Grundlage. Anfang der 80er-Jahre übernahm dann der FSV-Ortsverband die Aufgabe - und ist bis heute dafür zuständig, wie der Ehrenvorsitzende Michael Roth erzählt.

Ingrid Götz und Agnes Häcklein kümmerten sich in diesem Jahr um die Eierbemalung, Ottilie und Anna Götz um die Girlanden. Katharina und Reinhold Kraft verstärkten die Mannschaft. Nach Weihnachten kamen die Leutenbacher drei-, viermal bei Waltraud Roth zusammen, um die echten Gänse- und Hühnereier vorzubereiten. "Eigentlich zu viel Feinarbeit für mich", lächelt Monika Kaul, "aber man steigert sich hinein."

FSV in der Pflicht

1988 gestaltete der FSV den Brunnen aus eigenen Mitteln nach Ideen von Robert Erlwein komplett neu. "Die Vorstandschaft und viele Helfer haben mit viel Herzblut daran mitgewirkt. Die Gemeinde gab lediglich ihr Einverständnis. Der FSV verpflichtete sich im Gegenzug zum Erhalt" erinnert der langjährige Vorsitzende Roth.

Robert Erlwein bepflanzt seitdem das Umfeld und reinigt den Brunnen bei Bedarf in aller Bescheidenheit. Jetzt schmückten Agnes Häcklein, Monika Kaul und Agnes Kraft wieder den Brunnen, Vorsitzender Richard Roth assistierte. Er erklärt die Anlage mit den drei Girlandenbögen: Der linke Bogen zeige die Szenen des schmerzhaften Rosenkranzes, der große Mittelteil die 14 Stationen des Kreuzweges, rechts schließlich finde sich der glorreiche Rosenkranz. Gerlinde Götz schuf vor einigen Jahren kunstvoll die religiösen Motive. Eine Krone mit Kreuz vollendet die Gestaltung. Rekorde mit der Anzahl der Eier wollen die Leutenbacher nicht aufstellen. Um die 500 haben sie dieses Jahr wieder, fast andächtig, angeheftet. Klasse erscheint ihnen wichtiger als Masse.