Nach Ablauf des bestehenden Mietvertrages der Deutschen Post im Jahre 2018/2019 soll auf dem ehemaligen Postgelände - gleich neben dem Bahnhof - ein neues Gewerbe- und Dienstleistungszentrum mit Büro- und Praxisflächen entstehen. Auch die Ansiedlung eines Hotels ist in Planung. In der Zwischenzeit wollen die Investoren das seit 2006 leerstehende erste Obergeschoss interimsweise als Unterkunft für Asylsuchende bereitstellen.

Ein Beherbergungsvertrag mit dem Landratsamt Forchheim ist seit Dienstag "in trockenen Tüchern". Dies bestätigt Frithjof Dier, der bei der Kreisbehörde für soziale Angelegenheiten zuständig ist. "Zum 14. September ist der Bezug geplant", berichtet Dier.
50 Asylbewerber sollen in zirka 17 Räumen untergebracht werden, erklärt der Sprecher des Landratsamtes.. Das Evangelische Siedlungswerk (ESW) soll hierfür dann die Sozialbetreuung der Bewohner übernehmen. Dies alles jedoch setzt die Genehmigung einer Nutzungsänderung durch die Stadt voraus.

Bauamtsleiter völlig überrascht
Was verwundert: Am Dienstagvormittag wusste der Forchheimer Bauamtsleiter Gerhard Zedler von alledem noch nichts. "Ich habe keinen Plan und noch nichts gesehen", beteuert er. Er habe vor rund einem Monat nur einmal mit Matthias Hubert darüber gesprochen. "Alles vage Sachen ", wie der Bauamtsleiter betont, darauf gebe er nicht viel. Umso überraschter sei er gewesen, dass Hubert am Dienstagnachmittag bei ihm angerufen habe, mit der Mitteilung, dass das ehemalige Postverwaltungsgebäude bereits im Mai verkauft worden sei.
2013 war das Areal von der Investorengruppe der Postpalias GmbH & Co.KG erworben worden - damals trat Matthias Hubert, der als Geschäftsführer des Bauunternehmens Sontowski und Partner Erfahrungen in der Baubranche hat, als Investorensprecher in Erscheinung. Jetzt ist das Objekt im Eigentum einer privaten Investorengemeinschaft bestehend aus der Stadtquartier-GmbH und der Appartement-Wohnen-Franken-GmbH.
Uwe Stielke, Sprecher der Investorengemeinschaft, gab bekannt, dass es unter anderem geplant sei, ein Business-Hotel im Bereich dort anzusiedeln. Hierzu wurden auch bereits Gespräche mit verschiedenen Hotel-Franchiseketten und potenziellen Pächtern geführt, so Stielke.

Geplant sei, das alte Bestandsgebäude aus dem Jahr 1967 mit Gastronomienutzung sowie einem Tagungsbereich im Erdgeschoss auszustatten. Vom Bestandsgebäude soll eine Verbindung zu einem modernen Neubau geschaffen werden. Dort sollen neben Doppel- und Einzelzimmer auch so genannte Business-Suiten angesiedelt werden.

Gedeihliches Miteinander
Daneben soll auch ein weiterer Gebäudetrakt entstehen. Dort sind weitere Büroräume in Planung. Besonders erfreut zeigte sich Stielke, dass man auch bei der Stadt Forchheim mit dem Projekt auf "offene Ohren" gestoßen sei und man freue sich auf ein gedeihliches Miteinander.

Stielke sieht Bedarf an zusätzlichen Hotelzimmern, da Forchheim eine Stadt im Wachstum sei, die in den nächsten Jahren durch den Zuzug von Siemens und weiteren Firmenansiedlungen zusätzliche Hotelkapazitäten benötigen und den Geschäftsreisenden sogenannte attraktive, preisbewusste "Room Rates" anbieten könne. Die Lage, gleich neben dem Bahnhof, sei für eine Hotelansiedlung, optimal, so der Sprecher. Mit der Projektverwirklichung will man nach der Umsiedlung der Deutschen Post im Jahre 2018/2019 beginnen. Ob sich die Deutsche Post an einer anderen Stelle auf dem Areal ansiedeln will oder einen Standortwechsel bevorzugt, ist derzeit noch offen.