Rede und Antwort ist im Kunreuther Gemeinderat Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther in Bamberg gestanden. Es ging um die Bauarbeiten beim "Badanger"-Projekt in Kunreuth. Vor knapp einem Jahr war die Sanierung dieser Bergstraße in Angriff genommen. Die Gemeinde kalkuliert mit Kosten von 1,43 Millionen Euro.
Der untere Straßenbereich ist inzwischen weitgehend fertiggestellt. Eine Firma aus Bamberg passt dort die Einfahrten und Höfe an das neue Niveau an. Die Anbindung an die Schlossstraße ist in Vorbereitung. Die Hälfte aller Arbeiten sind nach den Abgaben von Brust in der Zwischenzeit erledigt. Die Teerschicht im oberen Bereich ist gefräst. Anfang kommender Woche wird die zuständige Firma erwartet, um dort Kanal und Wasser zu legen.
"Die Qualität passt", zog Brust ein positives Zwischenfazit. Auch die Abstimmung mit den Anliegern erfolge rechtzeitig. Erhebliches Kopfzerbrechen bereitet ihm dagegen das zögerliche Mobilisieren der Firmen. Das habe sich trotz seiner mehrfachen schriftlichen Aufforderung nicht gebessert, klagte Brust. Dazu komme der relativ lange Winter, der die Zeitplanung ebenfalls durcheinander gebracht habe.

Kein finanzieller Schaden

Auch deshalb ist der ursprüngliche Fertigstellungstermin im Juli nicht mehr zu halten. Als realistisch erachtet Brust nun den September.
Dann wird auch die fertige Teerschicht in einem Zug über den gesamten Straßenbereich aufgebracht werden. Nach den Darstellungen Brusts ist im Kunreuther Gemeinderat die Frage nach möglichen Verzugsstrafen laut geworden. Brust zerstörte derlei Hoffnungen aber umgehend. Verzugsstrafen seien in diesem Fall wohl nicht einklagbar, sagte Brust. In dem Fall müssten zeitliche Verzögerungen einen finanziellen Schaden verursachen, und das sei in Kunreuth bislang nicht gegeben.
Einstimmig haben die Gemeinderäte die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Baugebiet "Wirtsleithe II" beschlossen. Der Auftrag ging an die Firma Weyrauther. "Die Nachfrage nach Bauplätzen ist so groß wie nie zuvor", freute sich bei dieser Gelegenheit Bürgermeister Hermann Ulm (Demokratie). So dürften wahrscheinlich auch die zehn neuen Plätze recht schnell vergeben sein.
Für die Sanierung der Heizung des kirchlichen Jugend- und Gemeindehauses in Kunreuth ist eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich. Diese hat die Gemeinde auch einstimmig befürwortet. Die bisherige elektrische Speicherheizung soll dabei durch eine Wasserheizung ersetzt werden.
Genauere Details sind noch in Diskussion, wobei die Förderrichtlinien der Landeskirche berücksichtigt werden müssen. Gemeinderat Matthias Götz, der gleichzeitig Vorsitzender der DJK Weingarts ist, bat um die finanzielle Unterstützung der Kommune. Das Sportheim habe beträchtliche Umbaumaßnahmen im Hinblick auf Brandschutz vor sich.
Ein brandschutzrechtliches Gutachten sei in Vorbereitung. Wenn die entstehenden Kosten bekannt sind, will sich der Kunreuther Gemeinderat noch einmal mit der Frage eines Zuschusses befassen.

Ärger über Landratsamt

Kopfschütteln und Enttäuschung rief ein Schreiben des Landratsamts Forchheim hervor. Darin hat der Landrat den Antrag abgelehnt, eine "Tempo 30"-Zone auf der Staatsstraße 2236 in Höhe der Durchfahrt von Kunreuth und Weingarts einzurichten.
Das Landratsamt verneinte, dass es sich hier um einen besonders gefährlichen Streckenabschnitt handle. Der Kurvenverlauf der Staatsstraße in den Ortschaften zwinge zur Anpassung der Geschwindigkeit, Gehwege seien vorhanden.
Damit übersteigt die Gefahrenlage nicht das allgemeine Risiko, sodass hier eine Geschwindigkeitsbeschränkung nicht angezeigt sei.