"Unsere Geschäftsstelle in Aufseß wird nicht geschlossen, sondern in eine Automatengeschäftsstelle umgewandelt", erklärte Peter Lang, Vorstand der Raiffeisenbank Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß. Alle Kunden seien bereits angeschrieben und informiert worden. "Aufseß hat immer weniger Geschäfte, da war es schwierig eine Geschäftsstelle für Geschäftskunden zu halten", berichtete Lang weiter.

Gemeinsam mit Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) hatte der Vorstand deshalb nach Lösungen gesucht. "Es sollte keine Entlassungen geben und Bürgermeister Bäuerlein war wichtig, dass ein Geldautomat und ein Kontodrucker am Ort erhalten bleiben", so Lang.

Die Mitarbeiter werden zukünftig in der Filiale in Hollfeld arbeiten. Auch kleine Banken kämpfen laut Lanf mit den Minuszinsen oder der Bürokratie: "Es wird immer schwieriger kleine Banken am Leben zu erhalten. Wir kämpfen um unsere Selbstständigkeit. Dazu ist es erforderlich, Arbeitsabläufe zu verändern", so Lang. Mit einiger Besorgnis blickt er auf die Entwicklungen auf dem Land.


Die Sorgen der Kunden

Er habe bemerkt, dass die Maßnahmen der Metropolregion am flachen Land gar nicht richtig ankommen.
Doch wie haben die Kunden auf jetzige Entscheidung in Aufseß reagiert? "Wir haben zugesagt, dass sie Unterstützung durch unseren Außendienst erhalten, wenn was ist", erklärte der Vorstand. Es habe viele Anrufe und Nachfragen gegeben. Besonders ältere Menschen hätten Sorge, wie sie zukünftig ihre Bankgeschäfte tätigen sollen. "Sie können bei uns anrufen, kann kommt der Mitarbeiter nachhause", beruhigte Lang die Anrufer.

Außerdem erzählte der Vorstand, dass Senioren in die Geschäftsstelle gekommen seien, um sich den Geldautomaten erklären zu lassen. Prinzipiell sei die Bank mit ihrer Entscheidung aber auf Verständnis gestoßen. "Wir hatten die Vertreter unserer Mitglieder ins Haus eingeladen und offen und konstruktiv mit ihnen diskutiert", erzählte Lang. Ein Vertreter, der auch Gemeinderat ist, habe gefragt, ob die Bank nicht fusionieren könne.

"Das hatten wir auch überlegt, aber da wären Arbeitsplätze verloren gegangen", berichtete der Vorstand. Und so sei man sich schnell einig geworden, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. "Wir würden es auch lieber anders machen", gibt Peter Lang zu.

Doch die Sachzwänge verlangen laut Lang manchmal "unliebsame Entscheidungen". Und so wird es schon ab März in Aufseß nur - aber auch immerhin - noch eine Automatengeschäftsstelle geben.