Seit vielen Jahrhunderten thront Sie über dem Tal, die Burg Rabeneck: Wie ihre "Schwester", die Burg Rabenstein im Ailsbachtal, hatte sie im Mittelalter die Aufgabe, das Territorium ihres Besitzers zu bewachen. Ein Teil der Burganlage ist die St.-Bartholomäus-Kapelle.

Sie ist vor genau 600 Jahren erbaut worden. Die Burgkapelle entstammt einer Stiftung des 1412 verstorbenen Domdechanten Friedrich Stiebar. Die Stiftung wurde am 11. September 1415 von Bischof Albrecht in Bamberg bestätigt und damit der Kapellenbau begonnen. Das schreibt Burgenforscher Hellmut Kunstmann in seinem Werk "Burgen der östlichen Fränkischen Schweiz".

Die Kapelle liegt auf einem Felsporn unterhalb der eigentlichen Burganlage. Einen entsprechenden Umbau hat es nach den AngabenKunstmanns zwische den Jahren 1733 und 1737 gegeben. 250 Jahre später ist der Waischenfelder Burgenverein dann auf die Idee gekommen, die Kapelle zu sanieren. Zehn Jahr zuvor war bereits die Sanierung der Burg Waischenfeld geglückt.

Das Sanierungskonzept des Speichersdorfer Architekten Uwe Jannsen führte in den Jahren 1992 und 1993 zur Sanierung der Burgkapelle mit einem Kostenaufwand von rund 380 000 Mark. Dabei hat man die Außenfassade neu verputzt und gebleicht, was sich aufgrund der steilen Hanglage als äußerst kompliziert erwies. Die Inneneinrichtung wurde einer Hausschwammbekämpfung unterzogen, um die kostbaren Stücke vor Verfall zu schützen.

Erste urkundliche Erwähnung

Die spätgotische sowie die barocke Glocke von 1737 im Turm erhielten ein neues Turmuhrenwerk. An der Emporenbrüstung wurden sieben Bilder mit Apostelköpfen freigelegt, die bis dahin verdeckt waren.
Ein Entfeuchtungsgerät wurde installiert, um die hohe Luftfeuchtigkeit zu reduzieren und dem Schwamm vorzubeugen. Durch die Anbringung einer zweiten schmiedeeisernen Gittertüre können die Besucher jederzeit von außen in die Kapelle blicken. Burg Rabeneck wurde nach den Angaben Kunstmannsschon um das Jahr 1200 von den Herren von Rabenstein zur Sicherung ihres Gebietes errichtet.

Die erste urkundliche Erwähnung erfährt die Burg 1257 in Zusammenhang mit "Chunrad de Rabenecke", der als Zeuge in einer Urkunde genannt wird. Die Schlüsselberger hatten Besitzanteile an der Burg, die im Jahr 1347 an das Bistum Bamberg übergingen. Im 14. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Herren von Stiebar, die auch in Waischenfeld Burganteile besaßen.

Ihnen zu verdanken ist die Gründung der Burgkapelle. Von 1742 bis 1975 war Burg Rabeneck im Besitz der Grafen Schönborn, die 1975 zuerst die Burg Rabenstein, 1976 dann den Rest ihres Besitzes in der Gegend, Gut Schönhof in Eichenbirkig und Burg Rabeneck, verkauften. Seither heißt der jetzige Burgherr Norman Schiller.

Am steilen Hang

Er stammt aus Weidenberg und hat sich hier seinen Lebenstraum verwirklicht. Das romantische Aussehen der Burg zu Anfang des 19. Jahrhunderts hielt Ludwig Richter, der 1837 die Fränkische Schweiz durchwanderte und dabei in Waischenfeld wohnte, in seiner bekannten Zeichnung fest. Angetan von der Burg auf steilem Fels war auch Victor von Scheffel, der in seiner "Bamberger Domchorknaben Sängerfahrt" ihr den Vers widmete: "Das Rabeneck hängt keck und fest an finsterer Felsenrippe, als zieme solch Raubvogelnest zum Schutz jedwede Klippe".

Der Volksmund hat da mehr die Burgkapelle im Auge, wenn er jedem, den Zahnschmerzen plagen, rät, er möge auf den Knien um die Kapelle rutschen, die Schmerzen würden für immer vergehen. Er hat eigentlich nicht unrecht, wenn man sieht, daß zwischen ihren Grundmauern und dem steilen Rand des Felsens, auf dem sie stehen, nicht einmal ein fußbreiter Absatz besteht, der freilich mittlerweile vom hohen Baumbestand überwuchert ist.
Die Kapelle, sie wurde schon vor vielen Jahren der Kirche übertragen gehört zur Pfarrei Oberailsfeld. Einige Male im Jahr wird noch Gottesdienst gehalten, zum Beispiel am 24. August dem Festtag des heiligen Bartholomäus.