Einen aufmerksamen Zuhörer hat Gerhard Raab gefunden, als auf der Deponie in Gosberg ein neuer Gasmotor in Betrieb genommen worden ist. Landrat Hermann Ulm (CSU) war es, der dem Leiter des Entsorgungszentrums zuhörte.

174 000 Euro hat der Landkreis für den Motor in die Hand genommen. Lieferung und Montage übernahm eine Fachfirma aus Herten. Jetzt ist die Anlage noch im Stadium der Optimierung. Hausmüll, der zwischen den 70er- bis 90er-Jahren auf die Anlage gebracht worden ist, setzt dort Methan und Kohlendioxid frei. Das ist Ergebnis des biologischen Abbauprozesses. Das Gasgemisch wird aus dem Deponiekörper abgesaugt und dem Gasverbrennungsmotor zugeführt. Dieser treibt dann einen Generator an.

Der gewonnene Strom fließt anschließend in das öffentliche Netz. Der Motor selbst wird mit Methan betrieben. Der neue Motor ersetzt einen Gasmotor aus dem Jahre 1992, der seinen Dienst getan hat und nicht mehr wirtschaftlich weiterbetrieben werden kann.

8000 Stunden im Jahr

Eine besondere Herausforderung für den Deponiegasmotor ist die schwankende Gaszusammensetzung. Der Methangehalt liegt derzeit bei 50 bis 60 Volumenprozent.

Der neue Motor besitzt einen höheren Wirkungsgrad. Er kann selbst bei einem Methangehalt von 30 Volumenprozent noch betrieben werden. Der alte Motor verbrauchte nach Raabs Angaben 150 Kubikmeter pro Stunde. Der neue ist auf 50 Kubikmeter ausgelegt, da durch den Abbau der Biomasse künftig weniger Gas anfällt.

Die erzielte elektrische Leistung liegt bei 80kWh, die prognostizierte Betriebslaufzeit pro Jahr bei 8000 Stunden. Mit den 640 000 kW erzeugter Energie können 200 Haushalte mit Strom versorgt werden. Die eingespeisten 640 000 kWh entsprechen 360 Tonnen CO2 , die eingespart werden. Den höchsten CO2 -Ausstoß bei der Stromerzeugung haben Braunkohle-Kraftwerke. Bezogen darauf spart der Gasmotor 740 Tonnen CO2 jährlich ein.

Gut auch für die Nase

Bezieht man das Treibhausgas-Potenzial von Methan mit ein, das um ein Vielfaches höher ist als Kohlendioxid,
dann können jährlich sogar an die 3000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Zudem vermeidet die Erfassung des Deponiegases Formen der Geruchsbelästigung, die vor allem durch Gasbestandteile entstehen. Das Deponiegas müsste ansonsten abgefackelt werden. Landrat Ulm freut sich in Gosberg über diesen wirksamen Beitrag für den Klimaschutz. Er nannte die Anlage sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Aspekten sinnvoll. Die alte Anlage fuhr von 1992 bis 2013 rund 400 000 Euro Gewinn ein. Bei der neuen Anlage erwartet der Betreiber einen jährlichen Gewinn von 50 000 Euro.