Wer den Zuschauern vom Festwagen herab eine "Dreingabe" zukommen lassen will, der muss eine bestimmte Wurftechnik beachten: "Nur seitlich" darf geworfen werden. So steht es im Auflagenblatt des Ordnungsamtes. Die seitlichen Würfe sollen sicherstellen, "dass Zuschauer nicht veranlasst werden, die Fahrbahn zu betreten".

Aber ein Auflagenblatt alleine kann den Ablauf des Großen Annafestzuges nicht regeln. Daher hat der Heimatverein die Gruppen am Montag zu einer Vorbesprechung zusammengetrommelt. In der Aula der Traitteur-Schule informierte Thomas Werner, Zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, die rund 100 Annafestzug-Aspiranten.
Wo können die Bläser ihre Instrumente ablegen, wenn das Festgelände erreicht ist? Gibt es Getränkemarken für die Zugteilnehmer? Wie bringen die Reiter ihre Pferde sicher zurück? Dürfen Holzschwerter im Zug mitgeführt werden, ohne sie, wie die historischen Hieb- und Stichwaffen, beim Landratsamt anzumelden? Wer im Festzug ist wie versichert? Wo ist die Pferdetränke?
Antworten auf solche Fragen fand Thomas Werner gemeinsam mit Hartmut Demele (Polizei Forchheim), Matthias Gräbner (Ordnungsamt) und Edelgard Striegel, der "guten Seele des Heimatvereins", wie Thomas Werner sie nannte.

Annähernd 2700 Teilnehmer bilden den Jubiläumsfestzug (175. Annafest vom 24. Juli bis 3. August). Die Königlich privaten Böller-Schützen der HSG Forchheim werden das Startsignal für das dreistündige Spektakel geben. Während der Zug sich bewegt, werde "nicht geböllert", um die eng stehenden Zuschauer nicht zu erschrecken und die Pferde nicht scheu zu machen, erläuterte Gräbner.

"Gibt es einen Shuttle-Service, der uns zurückbringt?", wollte ein Teilnehmer wissen. "Wir wissen ja nicht, wie lange sie auf dem Annafest bleiben", klärte Edelgard Striegel auf. "Wie kommen wir mit unseren zehn Pferden durch die Stadt zurück, ohne von den Autofahreren belästigt zu werden?", sorgte sich Sina Gebauer von der Reitergemeinschaft Friesenhof Zweig. "Das ist eine Herausforderung ", meinte Hartmut Demele. Sollten die Tiere "sehr aufgeregt" sein, würden sie "polizeilich begleitet - das können wir schon machen".
Weil es heuer, wie alle fünf Jahre, ein Historischer Annafestzug wird, erwartet Hartmut Demele "etwa zehn Prozent mehr Menschen" als bei den üblichen Festzügen. Anstrengend könnte der Arbeitstag für die Polizei Forchheim aber auch deshalb werden, weil noch unklar ist, in welchem Umfang sie von der Bereitschaftspolizei unterstütz wird. Thorsten Panzer, der für die Einsatzplanung während des Festzuges verantwortlich ist, weist darauf hin, dass am selben Wochenende die Bereitschaftspolizei bei der Kulmbacher Bier-Woche und bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth gefragt sei.