Passend zum Jubiläumsjahr habe es heuer ein Rekord-Annafest gegeben, erklärt der Leiter des Ordnungsamtes, Klaus Backer. Michael Drliczek, Betreiber des Riesenrades und Sprecher der Schausteller pflichtet bei. "Wer heuer kein Geld verdient hat, macht etwas verkehrt."

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Die Kollegen hätten sich über eine Umsatzsteigerung zwischen 20 und 30 Prozent gefreut, so Drliczek. Dabei muss man wissen: Bereits das Annafest 2014 war das vom Umsatz der Wirte und Schausteller her gesehen das Beste seit Einführung des Euro, wie eine Festwirtin bestätigt. "Umso erfreulicher, dass wir heuer nochmals eine Schippe drauf legen konnten. Da hat wirklich alles gepasst."

Mehr Vielfalt

Auch der Brauereiwechsel auf den unteren Kellern habe zu einer Belebung des Annafestes geführt, findet Klaus Backer, der die Zahl der Annafest-Besucher auf weit über 500.000 schätzt. "Die Zahl ist schwer zu schätzen, aber wir haben an der 600.000-er Marke gekratzt", findet Backer.

Er freut sich, dass das Annafest ein richtiges Familienfest geworden ist. Im Vergleich dazu ist die Berg-Kirchweih in Erlangen der Ballermann, verdeutlicht Backer den Unterschied. Michael Drliczek unterstreicht: "Das Annafest ist eine gute Marke. Die gilt es zu pflegen."

Bildergalerie: Anstich beim Annafest

Dazu gehört auch ein gewisser qualitativer Standard. Damit spricht Backer die unzulängliche Toiletten-Situation vor allem auf den unteren Kellern an, wo sich die Gäste des Schaufel- und des Rappenkellers eine Toilette teilen müssen. Hinzu kommen noch die diesjährig "neuen" Keller (Schanzenbräu, Mahrsbräu, Simonbräu) die sich mit dem Weinstadl der Feuerwehr eine einzige öffentliche Toilette teilen mussten. Im hinteren Bereich gibt es beim Brauwastl einen kleinen Toilettenwagen und beim Kaiserkeller eine Minitoilette. "Da sind wir seitens der Stadt dabei. Da müssen die Wirte zweifellos investieren", findet der Chef des Forchheimer Ordnungsamtes.

Kontrollen unerlässlich

Nicht ganz so leicht in den Griff zu bekommen scheint das Problem, dass Besucher "vorglühen" und Schnaps mit aufs Annafest schmuggeln. "Die Security hat an einem Eingang in drei Stunden 740 Personen angesprochen, die mit Alkoholika in Richtung Festgelände unterwegs waren", berichtet Klaus Backer. Dabei reiche die Altersspanne von den Jugendlichen bis zu den 40-Jährigen. "Und die Leute sind erfinderisch. "Weil sie von den Kontrollen wussten haben sie vor ein paar Jahren vor dem Annafest ihre Alkoholika im Wald vergraben . Wir haben sie aber erwischt", lächelt Backer.

Schnelle Helfer vor Ort

Zufrieden zeigen sich auch die Einsatzleiter der beiden Rettungsorganisationen von ASB Gräfenberg, Walter Gräser und vom BRK Forchheim, Helmut Karg. An den beiden Rettungsstationen, die an allen elf Tagen von 13 bis 1 Uhr mit insgesamt 20 Personen besetzt waren, wurden 405 Personen medizinisch versorgt. Das meiste, mehr als 80 Prozent, waren Wespenstiche, Blasen und verstauchte Knöchel. Außerdem wurden drei Kinder, die im Gedränge ihre Eltern verloren hatten wieder zurückgebracht. Zu den schwereren Einsätzen gehörte die Versorgung eines 18-Jährigen auf den oberen Kellern, der laut Einsatzbericht einen Maßkrug ins Gesicht bekommen hatte und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Insgesamt wurden 34 Patienten ins Krankenhaus transportiert, darunter ein Festbesucher der einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hatte.

Bildergalerie: Die Fahrgeschäfte beim Annafest

Aus Sicht der Feuerwehr ging ein sehr ruhiges Annafest zu Ende. Die Floriansjünger waren an den elf Festtagen jeweils von 17 bis 1 Uhr im Gerätehaus in der Egloffsteinstraße vor Ort, um im Einsatzfall sofort ausrücken zu können.

Äste waren im Weg

Im Rahmen einer Einsatzbereitschaft während des großen Annafestzuges am 26. Juli wurde gegen 16 Uhr nahe der Route des Festzuges ein herabhängender Ast, der abzustürzen drohte, mit Hilfe der Drehleiter entfernt. Die übrigen Einsätze, unter anderem ein Alarm einer Brandmeldeanlage am 25. Juli sowie ein weiterer herabhängender Ast in der Ehlersstraße verliefen ebenfalls glimpflich.

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz - eine größere Schlange war in einem Garten in der Poigerstraße gesichtet worden - rückte die Einsatzbereitschaft am letzten Tag des Annafestes aus. Die Schlange wurde aufgenommen und in einem nahen Waldstück wieder ausgesetzt.

130 Einsätze

Die Polizei verzeichnete rund 130 Einsätze. Darunter 27 Fälle von Körperverletzungen; 51 Personen wurden in polizeilichen Gewahrsam genommen, so wie eine 13-Jährige und ein 16-Jähriger Festbesucher, die am letzten Tag des Festes erheblich betrunken waren. Gegen 23.30 Uhr verhaftete die Polizei einen Maßkrug-Dieb. Er hatte den Krug eines anderen Festbesuchers geklaut und in ein Versteck gebracht.