Über 2600 Teilnehmer aus 126 Vereinen, rund 40 000 Menschen am Straßenrand, blauer Himmel, Sonne und noch angenehme 25 Grad: Den Festzug zum 175. Annafest am Sonntag hätte keiner schöner malen können als er tatsächlich war. Zwischen dem Startpunkt an der Lände und dem Ziel im Kellerwald herrschte beste Stimmung, ja teilweise geradezu Volksfestatmosphäre. Fast zwei Stunden vergingen, ehe der komplette, in neun Blöcke unterteilte Zug an einem Punkt vorbeigelaufen war. Der Sanitätsdienst wurde nur selten bei Kreislaufbeschwerden wegen der Wärme tätig.

Zur guten Laune trugen freilich auch die Zugteilnehmer bei - sei es durch ihre Fröhlichkeit und willkommene Wasserattacken auf die Zuschauer, sei es eher unfreiwillig, wenn ein winkender Mitläufer unversehens in einen Pferde-Haufen stapfte. Jeder Verein präsentierte sich auf seine typische Weise und immer mit großem Einfallsreichtum.

Kostüme sorgen für Gänsehaut

Ist es da überhaupt fair, einzelne Gruppen besonders zu erwähnen? Letztlich lag es am Interesse der einzelnen Betrachter, was besonders bestaunt wurde. Ute Baumann aus Waischenfeld, die sich auf dem Versorgungshäuschen zur Paradeplatz-Tiefgarage erhöht platziert hatte, blickte besonders gespannt auf den historischen Teil des Zuges. Hatte doch ihre Mutter Helga und ihre Schwester Heike Baumann über eine Jahr hinweg die Kostüme für die vielköpfige Schar um Karl den Großen geschneidert. "Bislang habe ich die Kleider nur auf der Stange hängen sehen, als ich sie jetzt im Zug sah, hatte ich Gänsehaut", erzählt die 47-Jährige. Ihrer Schwester im Zug signalisierte sie deutlich, dass sie großartige Arbeit geleistet habe.

Für Juliane aus Forchheim hingegen waren die Stelzenläufer aus Biscarrosse der Höhepunkt. Fasziniert verfolgte sie, wie sich ein Trio wild im Kreis drehte und dabei im Takt jeweils ein Bein samt Stelze nach hinten schleuderte. "Fünf Kilometer laufen und zwischendurch immer noch tanzen - abgefahren", staunte die 38-Jährige und spendete wie die übrigen Beobachter viel Applaus.

Denzler ersetzt Seehofer

Beifall erhielten auch die Ehrengäste im dritten Block. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich bereits unter der Woche entschuldigen lassen. Dafür winkte nun der Bezirkstagspräsident Günther Denzler (CSU) aus der Ehrenkutsche neben Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) und Gattin Johanna. Die Nähe zu den gut aufgelegten Bürgern genossen auch sichtlich MdB Thomas Silberhorn, MdL Michael Hofmann, Landrat Hermann Ulm (alle CSU) sowie MdL Thorsten Glauber, der sich die Freie-Wähler-Kutsche mit seinem Vater, Altlandrat Reinhardt Glauber, und dem Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger teilte.