Christiane Gundrum ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Pflegekraft im "Seniorenzentrum Fränkische Schweiz" in Ebermannstadt. "Das hätte ich mir nicht träumen lassen", erzählt sie. Eigentlich ist sie "Fachkraft im Gastgewerbe".
Dass sie einmal Senioren pflegen würde, daran hatte sie nie gedacht. "Ich habe meinen Mann in die Vereinigten Staaten begleitet. Als wir wieder zurück kamen, suchte ich nach Arbeit und bin durch Zufall auf eine Anzeige der Diakonie Bamberg-Forchheim gestoßen."

Zuerst wollte sie sich für eine Tätigkeit in der Küche bewerben, doch da gab es keine freie Stelle. Stattdessen machte sie ein Praktikum in der Pflege. "Und nach zehn Tagen habe ich hier angefangen", erzählt Christiane Gundrum. Daheim kümmert sie sich um ihre Kinder und die 95-jährige Oma, in ihrem Beruf um pflegebedürftige Senioren.


Kleine Helfer im Arbeitsalltag

Ist ihr die Arbeit nicht zu schwer? "Nein, das finde ich eigentlich nicht, denn wir sind gut ausgestattet. Da gibt es beispielsweise Rutschbretter oder Aufstehhilfen", erzählt die Pflegerin und Leiterin Alexandra Dauer ergänzt, dass der Diakonie das betriebliche Gesundheitsmanagement wichtig sei. Gesunde und motivierte Mitarbeiter seien das wichtigste Kapital.

Gundram erzählt, dass man organisiert sein sollte. Wenn sie arbeitet, kümmern sich ihre Eltern um die Kinder. Am Wochenende zu arbeiten, das macht ihr nichts aus. Sie ist froh, dass sie in der Nähe von ihrem Zuhause eine Arbeitsstelle gefunden hat. Die Pflegekräfte fangen zu unterschiedlichen Zeiten an, denn manche müssen ihre Kinder vorher noch in den Kindergarten bringen.
Für Christiane Gundram beginnt der Tag mit der Übergabe. Mit der Pflegerin vom Nachtdienst wird besprochen, was geschehen ist. Danach werden die Bewohner geweckt, Tabletten verteilt und bei der morgendlichen Hygiene geholfen.

"Jeder Bewohner möchte anders behandelt werden. Den einen wecken wir später, den anderen früher", erzählt die Pflegerin. Der eine muss gewaschen werden, der andere wird angeleitet, wieder ein anderer kommt alleine klar.
"Wir unterstützen das komplette Leben. Wir wollen aber auch zur Selbständigkeit motivieren", sagt Gundrum.
Das Motto sei: motivieren, anleiten, erinnern bis hin zum Übernehmen. So läuft es auch beim Frühstück: Wer alleine essen kann, tut das. Wer vergisst zu essen, wird erinnert. Wer Hilfe braucht, der wird gefüttert.
"Das fordert Gespür und ist anspruchsvoll", sagt Dauer. "Aber sehr schön", meint Christiane Gundrum und freut sich über jede positive Reaktion der Senioren.


Besondere Begegnungen

Während der Grundpflege haben die Pflegekräfte Zeit, sich alleine mit den Bewohnern zu unterhalten. "Das sind ganz persönliche Momente. Wie bei meinen Kindern, wenn ich sie bade und sie mir erzählen können, was sie bewegt", meint die Pflegerin. Immer wieder gehen die Pflegekräfte mit den einen oder anderen Senioren zur Toilette und machen sie frisch. Nach dem Mittagessen machen die Bewohner ein Nickerchen oder gehen spazieren oder bekommen Besuch.

Gundrum hat nichts zu klagen, und meint auch im Blick auf die Bezahlung: "Da bin ich zufrieden, denn wir werden auch nicht schlechter bezahlt als andere Teilzeitkräfte." Von Vorteil seien die Zusatzleistungen, Versicherungen und das 13. Monatsgehalt. Die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Bayern könnten im Internet heruntergeladen werden. Alles in allem: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit", sagt die Pflegerin.