Das Areal am "Oberen Tor" in Ebermannstadt solle grundlegend umgeplant werden, formulierten die Architekten Jörg Franke (Emskirchen) und Reinhard Hutzelmann von Geoplan (Bayreuth) bei der Präsentation ihrer Ergebnisse des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) relativ zurückhaltend.

Jetzt scheint dieses Konzept Konturen anzunehmen. Dem Vernehmen nach will der genossenschaftliche Handelskonzern Rewe am "Oberen Tor" expandieren. Und der Discounter Aldi ist seit langem daran interessiert, seine Ladenfläche zu vergrößern. Dafür ist das Areal des Autohauses Göller im Gespräch, das zum Monatsende schließt. Inhaber Rudi Göller bestätigt zwar, dass es Gespräche mit Investoren gebe, will deren Namen aber nicht preisgeben. Dazu sei es noch viel zu früh, findet der Inhaber des Autohauses.


Aldi will neu bauen

Matthias Schaad, Leiter der Filialentwicklung bei Aldi in Adelsdorf gibt unumwunden zu: "Wir wollen ein neues Gebäude. Schon allein aus energetischen Gründen." Und zwar in Ebermannstadt. Dieser Standort sei für Aldi enorm wichtig. Statt der 850 Quadratmeter Verkaufsfläche hätte Schaade aber lieber 1200 Quadratmeter, so wie der Mitbewerber "Netto", der im März sein vergrößertes Gebäude an der Pretzfelder Straße eingeweiht hat.

Ursula Egger, Pressereferentin der Rewe-Region Süd gibt sich hinsichtlich einer Expansion des Handelsriesen ebenfalls noch bedeckt. Sie bestätigt aber: "Wir halten am gegenwärtigen Standort in Ebermannstadt langfristig fest. An eine Verlagerung ist nicht gedacht." Und darüberhinaus? "Schauen wir mal", lässt Ursula Egger Raum für Spekulation. Konkrete Pläne seien ihr nicht bekannt.

Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn alles so kommen würde. Sie macht aber deutlich: "Derzeit liegt uns weder ein Bauantrag, noch eine Bauvoranfrage vor."


Das Obere Tor "beleben"

Grundsätzlich sieht Christiane Meyer eine Belebung des Bereiches "Oberes Tor" positiv. "Als Mittelzentrum haben wir eine Versorgungsfunktion für die Orte in der Fränkischen Schweiz." Allerdings müsse jede Ansiedlung bzw. Erweiterung vor dem Hintergrund der Innenstadtverträglichkeit gesehen werden.

Da müsse der Stadtrat genau abwägen, findet die Bürgermeisterin, die hofft, dass das Areal am "Oberen Tor" so interessant wird, dass dort der von vielen lange ersehnte Elektro-Fachmarkt angesiedelt werden kann. Sie hofft auch auf eine Belebung der Innenstadt, wenn der Discounter näher an den Marktplatz heranrückt. Durch einen Rewe-Einkaufsmarkt im Süden und einen weiteren im Norden der Stadt könnte sogar die Verkehrssituation von Ebermannstadt entzerrt werden.

Und was sagt dazu die CSU? Dritter Bürgermeister Rainer Schmeußer zeigt sich überrascht. "Ich kann dazu leider keine Stellungnahme abgeben weil ich in diese Entwicklungen überhaupt nicht eingebunden werde. Das, so Schmeußer, sei sei "sehr bedauerlich."