Um 22 Uhr am Dienstagabend sprang die Sicherung der Außenbeleuchtung heraus und es wurde dunkel vor der Alten Wache. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch das Pächter-Paar Jens Klotzkowski und Jacqueline Sailer sowie zwei Angestellte im Lokal. Einige Gäste saßen vor der Tür.
Erst sei er zum Sicherungskasten gelaufen, dann hinaus, um zu sehen, welcher Teil der Außenbeleuchtung betroffen sei, erzählt Jens Klotzkowski. An der Rückseite des Gebäudes angelangt, sah er Rauch aus dem Dachstuhl steigen. Per Handy alarmierte der Pächter die Feuerwehr, die nur sechs Minuten später mit 30 Einsatzkräften den Brand bekämpfte. Und ihn innerhalb kürzester Zeit gelöscht hatte. Dabei gingen Atemschutzträger gegen die Flammen von Innen vor, während gleichzeitig von Außen über die Drehleiter gelöscht wurde.

Die Polizei sperrte das Gebäude großräumig ab, "da der Rauch vom Dachgeschoss nach unten zog und Löscharbeiten nötig waren", wie ein Polizeisprecher sagt. Verletzt wurde durch den Brand niemand. Der Schaden - die Polizei schätzt ihn auf 30 000 Euro - sei vermutlich durch einen Kabelbrand verursacht worden.
Eigentümer der Alten Wache ist die Stadt Forchheim, Hauptpächter ist die Nürnberger Brauerei Tucher. 2011 hatten die Stadt und die Firma Tucher rund eine halbe Million Euro in die Sanierung des Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert gesteckt. Zwei Pächter scheiterten dann, am Paradeplatz einen gastronomischen Betrieb zu etablieren. Die dritten, die das Restaurant von der Brauerei Tucher pachteten, waren Jens Klotzkowski und Jacqueline Sailer. Sie hatten das Restaurant Café Alte Wache im Juli übernommen.

Am Mittwoch stand Jens Klotzkowski telefonierend vor seinem Restaurant und betrachtete das Loch, das das Feuer im Dach hinterlassen hat: "Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert." Im Innenraum stand noch das Löschwasser. Auf dem Dach waren bereits zwei Arbeiter damit beschäftigt, die beschädigten Ziegel abzuräumen. Das Dach werde jetzt "notgeflickt", sagte Jens Klotzkowski. Schätzungsweise die nächsten vier Wochen werde die Alte Wache wohl geschlossen bleiben, meinte der Pächter.


Extrem schnelle Wehr

Bei den Verantwortlichen der Stadt herrschte am Mittwoch vor allem Erleichterung. "Wichtig ist, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind", sagte Pressesprecherin Brigitte Fuchs. Da die Forchheimer Wehr "extrem schnell vor Ort" gewesen sei, "ist Schlimmeres verhindert worden".
Nachdem die Polizei den Brandort am Mittwochmorgen untersucht hatte, bestätigte sich der Verdacht des Kabelbrandes. Wie Pressesprecherin Fuchs sagte, seien "verschmorte Kabel aufgefunden" worden. Ein technischer Defekt sei wohl Auslöser des Brandes. Die Versicherung sei informiert, habe sich aber noch nicht geäußert.