"Ich würde immer wieder Lehrer werden", meinte Rektor Günter Hoch bei seiner Verabschiedung. 37 Jahre übte er den Beruf aus. Jetzt sagte er Adieu zu seiner Grund- und Mittelschule Kirchehrenbach und ging in den Ruhestand.

Bei einer schlichten Feier in der Aula dankte Konrektor Hermann Ulm dem scheidenden Schulleiter: "Es wartet die große Freiheit auf Dich. Du warst immer für uns da, pflegtest klare Strukturen und klare Wertvorstellungen." Es gebe immer ein davor und danach, beides sei schwer voneinander zu trennen.

Wolfgang Blos, Direktor des Staatlichen Schulamts im Landkreis Forchheim, betonte in seiner Abschiedsrede, dass Lehrer und Schulleiter völlig verschiedene Funktionen seien. Er blendete elf Jahre zurück, als er zusammen mit Hoch und Stefan Kuen - sie nannten sich "die jungen Wilden" - vor der Ernennung zum Schulleiter gemeinsam einen Arbeitskreis gründet haben. "Da hat man Lehrer gelernt und studiert, und dann wird man Schulleiter - ein ganz anderer Beruf", meinte Blos. Damals sei Schulleiter ein Chef gewesen, vor dem man Respekt hat, der Gesetze und Paragrafen kennt. Er verwaltete die Schule. Die Lehrer dagegen führten aus, waren die Herren im Klassenzimmer.

Heute muss der Schulleiter eine Vision haben, die Visionen des Kollegiums müssen genutzt und mit denen des Leiters verbunden werden. "Eine gute Schule hat einen guten Schulleiter, aber ein guter Leiter macht noch keine Schule."

Viele Ziele erreicht

Wolfgang Blos ging ausführlich auf den Lebenslauf von Hoch ein, würdigte die Leistungen unter schwierigen Bedingungen in der Adalbert-Stifter-Schule und die dortige Pionierarbeit. "Du warst externer Evaluator, Unterrichtsentwickler, Sportler und Schiedsrichter", sagte Blos.

Die Einführung der offenen Ganztagsschule in Kirchehrenbach habe Kraft gekostet, ein Förderverein kam hinzu. Mittlerweile gebe es den Schulverbund mit Ebermannstadt und das Ziel, den Schulstandort Kirchehrenbach zu sichern, sei vorerst erreicht.

Nachfolgerin aus Erlangen

Auf die neue Schulleiterin Anette Beilker - sie wechselt von der Hedenusschule Erlangen nach Kirchehrenbach - warten große Herausforderungen, sagte Blos mit einem kurzen Blick in die Zukunft. Er überreichte Hoch die Urkunde des Freistaates Bayern zur Versetzung in den Ruhestand per 31. Juli 2013 und ein Buch als Geschenk.
Peter Frank verabschiedete Hoch im Namen des Lehrerkollegiums. Mehr als 50 Jahre sei Hoch als Schüler und Lehrer mit der Institution Schule verbunden gewesen.

Er verlasse jetzt diesen Lebensraum, der sein bisheriges Leben so sehr geprägt habe. Frank wünschte ihm an der Seite seiner Frau Hedda Gesundheit, viel Spaß und Gottes Segen. Für den Förderverein dankten Silja Hessing und ihr Vorgängerin Birgit Gebhardt, für den Elternbeirat der Mittelschule Manuela Lengenfelder und für den der Grundschule Tanja Wölfel. Seitens der Gemeinde Kirchehrenbach sprach der stellvertretende Bürgermeister Alfons Galster (CSU), auch im Namen des Schulverbands, Dank und Anerkennung aus.

"Hut ab" sang die Zweite Klasse unter Leitung von Klassenlehrerin Margarete Grüner. Die Schüler verbeugten sich und zogen den Hut - symbolisch auch vor Günter Hoch. Dieser schaute sichtlich nachdenklich auf "seine" Schüler, klinkte sich dann aber in ihren frohen Tanz spontan mit ein.

Sport und Lokalpolitik

"Der Lehrerberuf liegt mir im Blut", sagt Hoch in seiner Abschlussrede zurückblickend, auch wenn er sich ein anderes Schulsystem wünschen würde. Er dankte allen, die ihm auf seinem Lebensweg geholfen haben und richtete seinen Blick nach vorne. Als Familienmensch aus einer Großfamilie werde er sich arrangieren. Der Sport solle nicht zu kurz kommen und der Umgang mit Menschen sei ihm wichtig. Sich einzubringen in die lokale Politik könne er sich gut vorstellen.

Keinesfalls aber möchte er künftig einen vollen Terminkalender haben. Kaum ein anderes Lied drückte in diesem Moment die Stimmung besser aus als jenes Irische Segenslied, das der Chor des Lehrerkollegiums unter der Leitung von Johanna Schatz zum Abschluss stimmungsvoll intonierte.