Die Ableitung des Regenwassers aus dem neuen Baugebiet Lohe IV erfolgt über den Lachweihergraben am südlichen Ortsrand von Hausen. Dieser Wasserlauf kommt aus der Gemarkung von Thurn und ist ab Höhe des Baugeschäfts Ismaier verrohrt. Er mündet im Schleusenbereich in den Main-Donau-Kanal.

Bei den Berechnungen ging man davon aus, dass das durch ein Rohr mit einem Meter Durchmesser geschehe. Im Laufe des Wasserrechtsverfahren stellte sich heraus, dass das Mündungsrohr viel kleiner ist; möglicherweise ist es sogar nur der alte Anschluss des sogenannten Schleusengehöfts, wo früher die Schleusenwärter wohnten.

Diese Werte bringen es mit sich, dass die Aufweitung des Grabens größer bemessen werden muss, als ursprünglich geplant, damit die Zuflussmenge pro Sekunde nicht ansteigt. Diese Entwicklungen fielen in die Zeit der Erkrankung von Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD). Er unterschrieb kurz nach seiner Rückkehr ins Amt deshalb die Baupläne mit den neuen Maßen, wie sie ihm der Bauamtsleiter vorgelegt hatte.

Inzwischen sind die Anrainer besorgt, dass bei stärkeren Regenereignissen die Regenrückhalte überlaufen und Wasser in ihre Grundstücke eindringt. Auf eine Anfrage der CSU-Fraktion listete Zimmer die Chronologie vor dem Gemeinderat auf. Im Juni, so Zimmer, ging bei der Gemeinde der Wasserrechtsbescheid des Landratsamtes ein. In ihn sind die Beurteilungen durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach und die das Wasser- und Schifffahrtsamts Nürnberg eingeflossen.

Demnach ist der Graben, wie größtenteils schon geschehen, auf einer Länge von 300 Metern aufzuweiten, die Rückhaltemenge soll nicht wie bisher 850 Kubikmeter, sondern rund 1450 Kubikmeter betragen. Durch drei Drosseln aus Gestein soll ein gemäßigter Ablauf erzeugt werden. Sie sind so angelegt, dass sie erst ab einer gewissen Rückstaumenge das Wasser in die nächste Stufe abgeben.

Die Anwohner befürchten, dass durch diese Maßnahmen der sandige Untergrund ausgespült werden könnte. Wie heftig das sein kann, erlebten die Hausener 2011 an der Einmündung des Hirtenbachs in den Kanal nördlich der Schleuse. Deshalb gab die Gemeinde Ende Juli ein Bodengutachten in Auftrag. Seine Ergebnis ist noch nicht bekannt. Im Laufe des Verfahrens entstand allerdings ein weiteres Problem: Es fehlen die Bescheide aus den 60er Jahren, die Hausen die Einleitung des Lachweihergrabens in den MD-Kanal gestatten.

"Alles etwas verwirrend", kommentierte Johannes Stadter von den Jungen Bürgern und bat das eingeschaltete Ingenieurbüro nochmals zu hören. Roland Garcon (UWG) brachte den Gedanken ins Spiel, dass bei der Berechnung der Rückhaltemengen nur ein fünfjähriges Starkregenereignis zugrundegelegt worden sei, keineswegs aber Wassermengen, wie sie 2007 den Raum Baiersdorf heimsuchten. "Diese kritische Frage muss man doch mal stellen", warb er für einen möglichst ausgeweiteten Schutz.

Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) hielt die Anfrage seiner Fraktion zwar für nicht beantwortet, ging dabei aber wohl von falschen Erweitertungsmengen aus, statt 1450 Kubikmeter sprach er von 2800. Dafür regte er eine Art Notablauf an, dergestalt dass das südliche Grabenufer niedriger sein solle als die Nordseite, so dass bei Wasserhöchststand dieses über den angrenzenden Flurbereinigungsweg in die Flur ablaufen könne.

Die Gemeinde wird nun an das planende Ingenieurbüro zur weiteren Abklärung herantreten, damit das benötigte wasserrechtliche Verfahren zur Einleitung des Lachweihergrabens in den MD-Kanal vorangebracht werden kann. Dabei soll auch - geht es nach Marcel Schmitt (UWG) - überprüft werden, ob der verrohrte Grabenteil auf öffentlichem oder privatem Grund verlaufe.


Teilsanierung geplant

Die Gemeinde plant eine Teilsanierung der Friedhofsstraße. Die Jungen Bürger beantragten nun im Zuge dieser Maßnahme zwischen der Süd- und der St-Wolfgangstraße die Bordsteine abzusenken, um eine barrierefreie Querung zu ermöglichen. Als Hilfe für Sehbehinderte sollen entsprechende Steine eingebaut werden. Finanziert wird diese zusätzliche ausgabe entweder über ISEK-Fördermittel oder die Haushaltsstelle für kleine Straßenbaumaßnahmen.


Maststall für Bullen abgelehnt

Ein Landwirt möchte auf seinem Betriebsgelände in der Forchheimer Straße einen Maststall für 90 bis 100 Bullen errichten. Das Vorhaben liegt nicht weit entfernt von dem geplanten Baugebiet am alten Bahnhof. Der Landwirt hat eine Bauvoranfrage an den Gemeinderat gerichtet. Der hat diese im November abschlägig beschieden.

In der Zwischenzeit hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Vorhaben als privilegiert eingestuft, gleichwohl aber darauf hingewiesen, dass zu dem benachbarten, nicht vom Landwirt bewohnten Haus ein Abstand von 35 Metern wegen der möglichen Geruchsbelästigung notwendig sei. Von diesem immissionsrechtlichen Erfordernis kann er sich auch nicht durch eine Grunddienstbarkeit freikaufen. Aus diesem Grund verweigerte der Gemeinderat mit fünf zu sieben Stimmen sein Einvernehmen. Ungeklärt ist die Frage, ob eine mögliche Klage des Bauwerbers die Beplanung in der Nachbarschaft einschränkt.


Waldkindergarten hat gute Chancen

Seit Längerem wird in Hausen die Idee eines Waldkindergartens verfolgt. Als Standort ist ein Gelände am südlichen Ortsrand in der Nähe des Main-Donau-Kanals im Gespräch. Zudem liegt dort ein Weiher, der aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden müsste. Zusammen mit einer Unterstellhütte kämen bei Realisierung rund 50 000 Euro auf die Gemeinde zu. Deshalb will man auch noch ein Areal auf Wimmelbacher Flur auf seine Tauglichkeit prüfen.

Ein Online-Umfrage unter den Eltern mit kleinen Kindern ergab, dass für 21 Kinder Interesse besteht, sie im Waldkindergarten betreuen zu lassen. "Das ist eine klare Tendenz, dass ein Waldkindergarten auch in Hausen funktionieren wird", schloss daraus Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU). Der Gemeinderat legte nun einstimmig fest, dass zehn feste Anmeldungen vorliegen müssen, um das Projekt weiterzuverfolgen.
Nach den Ferien wird eine Informationsveranstaltung für intereressierte Eltern durchgeführt, bei der insbesondere das Konzept eines Waldkindergartens erläutert wird. Danach können dann Kinder angemeldet werden.


Mehr Dachformen werden zugelassen

Die Gemeinde führt ein Bebauungsplanänderungsverfahren für die Baugebiete Lohe I bis V durch. Es werden dadurch auch Flach-, Pult- und Zeltdächer zugelassen. Die Änderung greift die tatsächlich - bisher per Einzelentscheidung erlaubten - Dachformen auf.


Heroldsbach erhält ein Angebot

Weiter beschloss der Gemeinderat, der Gemeinde Heroldsbach ein kostendeckendes Angebot zur Mitbenutzung der geplanten Schlauchwaschanlage im neuen Feuerwehrhaus zu unterbreiten. Zur Überwachung des ruhenden Verkehrs wird die Kommune dem Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südost-Bayern beitreten.