"Vorsicht auf der A73, zwischen Buttenheim und Erlangen 20 Kilometer zähfließender Verkehr und Stau", eine Meldung, die so oder in abgespeckter Variante fast jeden Morgen im Radio zu hören ist. Pendler und Gelegenheitsfahrer sind genervt. Immer wieder stockender Verkehr oder Stau - und das, obwohl doch eigentlich eine dritte Spur ausgebaut wurde.

Diese wurde in Richtung Nürnberg bereits im November 2015 fertiggestellt. Eine Zeit lang lief dann ein Testverkehr, die dritte Spur wurde zeitweise sogar befahren. Doch dann kam im Frühjahr die Baustelle wegen der Lärmschutzwände im Stadtgebiet Forchheim.


Seitenstreifen-Ausbau

"Seit Juni 2016 führt die Autobahndirektion Nordbayern Bauarbeiten für die Erweiterung der temporären Seitenstreifen-Freigabe auch in Fahrtrichtung Bamberg durch", erklärt Wolfgang Lukas, Abteilungsleiter der Abteilung Betrieb und Verkehr der Autobahndirektion Nordbayern. "Hierzu muss zunächst die Schwabachbrücke im Bereich der Anschlussstelle Erlangen-Nord in Fahrtrichtung Bamberg erneuert werden. Aus diesem Grund wird der gesamte Verkehr im Baustellenbereich über die Richtungsfahrbahn Nürnberg abgewickelt."

Bis zum Abschluss der Brückenarbeiten - voraussichtlich im November 2016 - verzichtet die Autobahndirektion also auf die Nutzung des Seitenstreifens als dritten Fahrstreifen zwischen Forchheim-Süd und Erlangen-Nord.
In Fahrtrichtung Nürnberg gibt es im morgendlichen Berufsverkehr einen hohen Verkehrszufluss an den Anschlussstellen Forchheim-Süd, Baiersdorf-Nord und Möhrendorf. "Ein nennenswerter Verkehrsabfluss findet aber erst ab der Anschlussstelle Erlangen-Nord statt", erklärt Lukas, "deshalb verbessert eine teilweise Freigabe des Seitenstreifens die verkehrliche Situation nicht."

Die A 73 war früher eine Regional-Autobahn, weswegen sie mit der aktuellen Auslastung überfordert ist und die Baumaßnahmen der vergangenen (und kommenden) Jahre notwendig geworden sind. Anfang der 70er-Jahre fuhren täglich 14 000 Fahrzeuge an Forchheim vorbei. Heute sind es täglich 48 000.


Stau ist programmiert

Würde man den dritten Fahrstreifen freigeben und vor der Baustelle Schwabachbrücke wieder einziehen, dann müsste der gesamte auf dem Seitenstreifen fahrende Verkehr, vor allem Lkw, den Fahrstreifen wechseln, fürchtet Lukas. Dieser dort entstehende "Flaschenhals" und die vielen Spurwechsel führen nach den Erfahrungen der Autobahndirektion bei so hohen Verkehrsstärken zu vermehrtem Rückstau und zu einer Erhöhung des Unfallrisikos, bekräftigt Lukas.


Weiterhin keine Freigabe

"Der ohnehin sehr eingeschränkte Verkehrsfluss würde damit noch mehr beeinträchtigt, was zu mehr Störanfälligkeit und zu zusätzlichen Leistungseinbußen führen würde", sagt er und begründet somit die für viele Pendler unverständlichen Sperrungen beziehungsweise Nicht-Freigaben der dritten Spur.