Die 2583 beantworteten Fragebögen geben den Planern im Jugendhilfe-Amt nun Auskunft, wie Eltern ihre Berufstätigkeit und das Familienleben in Einklang zu bringen gedenken. Vor allem dadurch, dass sie "zusätzlichen Betreuungsbedarf während der Schließzeiten der Kitas" benötigen: 38 Prozent haben auf diesen "zusätzlichen Bedarf" verwiesen.


Betreuung auch am Samstag

Peter Ehmann, Geschäftsführer der Caritas im Landkreis Forchheim, meinte, der Wunsch nach Betreuung am Samstag sollte ernst genommen werden. Zwar sagen 96 Prozent der Eltern, sie bräuchten keinen Platz am Samstag. Aber immerhin 69 Anfragen (vier Prozent) gebe es, betonte Ehmann: "Über eine Vernetzung der Träger müsste diese Samstagsbetreuung machbar sein." Auch zusätzliche Betreuung während der Ferien sollte nachgedacht werden, sagte der Caritas-Geschäftsführer: "Wir könnten es zum Beispiel mal mit zwei Wochen im August und einer Woche in den Osterferien versuchen."

Außerdem bemerkte Martin Hempfling, dass sich immerhin auch 22 Prozent der Eltern Gedanken über die Trägerschaft und die pädagogische Ausrichtung der Kitas machen: Verstärkt würden beispielsweise Elemente der Montessori-Pädagogik gewünscht.

4500 Kinder im Landkreis Forchheim werden in der Kindertagespflege betreut. Die von Martin Hempfling vorgelegte "Ausbauplanung" zeigt, dass es keine groben Defizite im Landkreis Forchheim gibt: "Der Rechtsanspruch ist in etwa gewährleistet." Der voraussichtliche Platzbedarf liegt bei 1200. Zieht man von dieser Zahl die Zweijährigen ab, die bereits in Kindergärten betreute werden (125) sowie jene, die in der Kindertagespflege unterkommen ( 100) so ergibt sich eine Zahl notwendiger Plätze in Krippen und Kindergruppen von 975. Weil es aktuell 858 Plätze in Krippen und Kinder-Gruppen gibt und weil in Ebermannstadt zwei neue Krippengruppen (24 Plätze) entstehen, verzeichnet die Ausbauplanung ein Minus von 93 Plätzen.

In einzelnen Gemeinden könne es bei der Versorgung von Kindern unter drei Jahren zu Engpässen kommen. Wobei Martin Hempfling auch auf die vielen unberechenbaren Einflussfaktoren hinwies: Migrantenkinder hätten etwa einen Förderfaktor von 1,3. Kinder mit Behinderungen hätten einen Förderfaktor von 4,5. Außerdem gebe es immer wieder Schulkinder, die Plätze von sogenannten Regel-Kindern (Kinder unter sechs Jahre) belegen - und es gebe die "Wanderung" und die Zahl der Flüchtlingskinder, die nicht eindeutig vorherzusagen sei.