Seit wann ist denn die B470 in Forchheim mautpflichtig? Diese Frage stellt nicht nur unser Leser Dirk Belde aus Wiesenthau. Auch Roland Brütting, der Chef des Forchheimer Verkehrsamtes, wurde schon Dutzendweise mit dieser Frage konfrontiert.

Maut sei eben ein "Reizthema" sagt Brütting. Daher fragten sehr viele Leute nach, was es mit den Schildern in der Willy-Brandt-Allee auf sich habe. Beginn und Ende der Mautstrecke sind zwischen der Einmündung an der Dieselstraße und dem Kersbacher Kreuz markiert.

Dahinter steckt eine Bundesverordnung. Zweispurige Bundesstraßen müssen in die Mautpflicht einbezogen werden. So will es eine Bekanntmachung des Bundesverkehrsministeriums vom 22. Juni, sagt Roland Brütting. Die Verordnung war an sämtliche staatlichen Bauämter gegangen, also auch an das für Forchheim zuständige Amt in Bamberg. Als zuständige Verkehrsbehörde hat Forchheim die Beschilderung dann organisiert.

Satellit wacht über Maut

Warum die Mautstrecke nur etwa 300 Meter lang ist und was pro Lkw bezahlt werden muss, das weiß bei den Behörden niemand. "Der Hintergrund ist ein bisschen unklar", sagt Michael Raab vom Staatlichen Bauamt in Bamberg. Abgerechnet werde die Gebühr über die Black Box im Lkw per Satellit.

Werden die neuen Schilder einen Maut-Ausweichverkehr erzeugen? Michael Raab und Roland Brütting halten es für denkbar. Etwa könnte ein Lkw-Fahrer, der vom Kersbacher Kreuz kommt, die Maut meiden, indem er in die Franz-Josef-Strauß-Straße einbiegt und über die Äußere Nürnberger Straße in die Stadt oder auf die Adenauer-Allee fährt. "Die Umgehung ist kein Problem", sagt Michael Raab, "in diesem Falle müssten wir Verbotsschilder für den Durchgangsverkehr aufstellen".

Misstrauen weckte die Forchheimer Maut in Pinzberg. Dass die Strecke nach etwa 300 Meter stadteinwärts wieder mautfrei ist, ließ die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung verärgert spekulieren: Wollen die Forchheimer den Lkw-Verkehr auf diese Weise ableiten und die Fahrer motivieren, die Stadt via Gosberg zu umfahren? Eine schlüssige Antwort vom Staatlichen Straßenbauamt habe er bislang nicht erhalten, sagte Bürgermeister Reinhold Seeber (CSU).