Als er die roten Markierungen auf den Bäumen sah, schwante einem Bewohner von Haidhof Böses. Die alten Buchen säumen den Pilgerweg hinauf zum Schlossberg nach Haidhof, einer Aussichtsplattform mit Blick ins Thuissbrunner und Haidhofer Tal. "Es muss sich hierbei um geplante Fällaktionen handeln, da ein abgestorbener Baum am Rande ebenso gekennzeichnet wurde", mutmaßt der Bürger aus Haidhof und fragt: "Könnte es sein, dass hier ein Forstarbeiter das Interesse der Öffentlichkeit am Erhalt dieses einmaligen Kleinods übersehen hat?"
Die Befürchtung des alarmierten Anwohners, dass die "knorrigen und gesunden Buchen" einer "Tabula- rasa-Aktionen" geopfert werden könnten, sei unberechtigt, sagt der Förster Bernd Schultheiß. Denn die 25 rot markierten Bäume seien weder knorrig noch gesund. Schultheiß ist der Revierleiter in diesem Staatswald, der in der Gemarkung der Stadt Gräfenberg liegt.
Der Zugang zum "Aussichtspunkt auf dem Schlossberg" sei nicht mehr sicher, sagt der Förster. Gemeinsam mit den Experten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie mit dem Leiter des Naturparks seien die Bäume inspiziert worden. "Es sind keine gesunden Buchen", sagt Schultheiß, "sie weisen Faulstellen an den Wurzeln auf und sie sind innen hohl". Außerdem neigten die Buchen zur "Zwieselbildung", das heißt, sie haben "mehrere Kronenteile". Dort setze sich Wasser und Schmutz ab. Es sei schon zu "Astabwürfen" gekommen, warnt der Revierleiter. "Von den Bäumen geht Gefahr aus, bei Gewitter unterstellen sollte sich dort niemand."

Neuer Weg auf für alte Menschen


Die Fällaktion will aber nicht nur die Gefahr umstürzender Bäume bannen. "Gleichzeitig wird das Gelände wieder so hergerichtet, dass auch ältere Menschen den Weg zum Aussichtspunkt nutzen können", sagt der Revierleiter. Treppen, Geländer und eine hölzerne Brücke würden gebaut.
Für die Stadt Gräfenberg ist diese 30 000 Euro-Investition gratis. Im Staatsforst läuft die Erneuerung des Weges auf den Schlossberg unter der Rubrik "Förderung besonderer Gemeinwohl-Leistungen".