Mit vielem hatten die Veranstalter des Bulldog-Treffens im Heiligenstadter Gemeindeteil Tiefenpölz gerechnet - aber nicht mit diesem Ansturm. Obwohl es nichts umsonst gab , nur ab und zu einen Regenschauer, kamen gestern mehr als 170 historische Gefährte auf Gummi, Hartgummi und sogar auf Eisenreifen aus dem ganzen westlichen Oberfranken in den Ort. Motorengeräusche, die man lange nicht gehört hatte, ertönten aus fast allen Höfen, denn das eigentliche Festgelände reichte nicht aus, um alle unterzubringen.
Wie zuverlässig die alten Maschinen immer noch sind, war auch daran zu bemerken, dass - bei entsprechender Zuwendung - keiner liegenblieb. Im Vorjahr waren etwa 60 "Bulldogge" gekommen.

Lanz als Zugnummer


Ältestes Vehikel war ein Lanz "Motorpferd" aus dem Gerätemuseum Ahorn bei Coburg. Anno 1924 war es nur in sehr geringer Stückzahl gefertigt worden, mit seinen 15 bis 18 PS aber schon eine große Hilfe im Vergleich zur Kraft von Kühen und Pferden in der Landwirtschaft, wenn das Schwungrad erst mal lief.
Gleiches galt für den historischen Lanz von Reinhold Sponsel aus Siegritz aus dem Jahr 1938, der erst nach dem Anwärmen mit der modernen Gasflasche in Gang zu setzen war. Dann aber ließen die 25 PS aus einem Zylinder und 4,7 Liter Hubraum die bekannten Klänge hören.
Leiser, aber vielleicht stärker, waren da die 300 Pferdestärken des modernsten Teilnehmers, eines John Deere Lanz mit Allrad-Antrieb und etwa 300 Pferdestärken, der unter all den Exoten nicht fehlen durfte. Mit dabei auch eine historische Putzmühle oder eine Dreschmaschine, die in früheren Zeiten entweder von Traktoren oder eigenen Maschinenwagen aus angetrieben werden konnten. Keineswegs deplatziert fühlte sich auch ein historisches Motorrad mit Beiwagen, das sogar den letzten Weltkrieg überlebt zu haben schien.