"Das kann doch nicht sein", denkt sich der Autofahrer, der in der Kfz-Zulassungsstelle am Schlossberg in Höchstadt sitzt und von den netten Damen erfährt, dass er für sein altes Kennzeichen, welches er auf sein neues Auto übernehmen will, zusätzlich zu den normalen Zulassungskosten von 26,90 Euro noch einen Wunschkennzeichen-Aufschlag von 10,20 Euro hinblättern soll.

Es war schon immer etwas kostspieliger, besondere Wünsche zu haben. Wer die Anfangsbuchstaben seines Namens, kombiniert mit Geburtsjahr oder Hochzeitsdatum, auf dem Kennzeichen spazieren fahren möchte, muss in die Tasche greifen.

Das mag der eine oder andere Bürger ja noch nachvollziehen. Andererseits sollte es im digitalen Zeitalter doch völlig egal sein, welche Buchstaben- und Zahlenkombination in die Papiere eingetragen wird. Für den Wunschkennzeichen-Aufschlag für ein schon vorher selbst genutztes Nummernschild hat jedoch kaum jemand Verständnis.

80 Prozent wählen aus

Auch für ein neues Wunschkennzeichen sind nicht alle bereit, die 10,20 Euro extra auszugeben. Das junge Paar Maja Voß und Andreas Pistol gehört zu den rund 20 Prozent, die bei der Kfz-Zulassung auf ein Wunschkennzeichen verzichten. 80 Prozent der "Kunden" in der Zulassungsstelle suchen sich Buchstaben und Zahlen auf ihren Nummernschildern aus.

Eigentlich wollte sich Maja Voß für ihren Fiat Panda gerne "ERH-MJ 227" eintragen lassen. Nach Rücksprache mit ihrem Partner wurden sich die beiden Rheinländer aber schnell einig, die 10,20 Euro zu sparen und das nächste vom EDV-System angebotene Kennzeichen zu nehmen. Das war dann "ERH-PQ 657" - und löste nicht gerade große Begeisterung aus. Für die beiden Nummernschilder, die ihnen Elke Amtmann in ihrem Schilderladen prägte, wurden weitere 28 Euro fällig, egal, ob Wunschkennzeichen oder nicht.

Falsch wäre es jetzt, den Ärger über die Wunschkennzeichen-Sondergebühren bei den Damen in der Zulassungsstelle abzuladen. Die machen nämlich nichts anderes, als die "Gebührennummer 221 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr" anzuwenden. Nach diesem Bundesgesetz müsse man auch in den beiden Zulassungsstellen im Landkreis Erlangen-Höchstadt die Wunschkennzeichen-Gebühr von 10,20 Euro erheben, erklärt Zulassungsstellen-Sachgebietsleiterin Andrea Meier.

Vorgeschrieben wird auch ganz genau, was ein Wunschkennzeichen ist: "Sobald eine Person beim Zulassungsvorgang nicht das nächste freie Kennzeichen in der laufenden Serie möchte, sondern einen Wunsch äußert, wird diese Gebühr fällig."

Um einen Wunsch handelt es sich nach den Ausführungen im Gesetz auch, wenn ein schon genutztes Kennzeichen auf ein anderes Fahrzeug übernommen werden soll. Die Kennzeichen seien eben nicht fahrzeug-, sondern personenbezogen, begründet Andrea Meier den Aufschlag in solchen Fällen. Damit werde die Übernahme eines alten Kennzeichens auch als Wunsch eingestuft.

Wunsch nach "HÖS" wird nicht erfüllt

Es gibt auf der Zulassungsstelle aber auch Wünsche von Bürgern, die selbst mit einem noch so hohen Gebührenaufschlag nicht erfüllt werden können. Beispielsweise der Wunsch nach dem alten HÖS-Kennzeichen. Während andernorts die ehemaligen Kennzeichen aus den Zeiten vor der Landkreisreform wieder auftauchen, wird in Erlangen-Höchstadt kein neues HÖS-Nummernschild mehr ausgegeben. Landrat Eberhard Irlinger (SPD) hat entschieden, dass es in seinem Landkreis künftig nur noch ERH geben soll.