Wie schnell von einer Bundesstraße eine extra Spur für Linksabbieger gebaut werden kann, wenn private Investoren die Auftraggeber sind, erlebten Autofahrer in den vergangenen Tagen an der B470 in Höchstadt-Süd. Das dort eröffnende Fast-Food-Restaurant drückte auch beim Bau dieser Abbiegespur aufs Tempo. Dabei hat offensichtlich irgendjemand versäumt, die Eignerin der im Norden an die B470 angrenzenden Wiese zu fragen, ob dafür einige Quadratmeter ihrer landwirtschaftlichen Fläche überbaut werden dürfen.

In der Stadtratssitzung am Montagabend nutzte die Dame die Bürgerfragestunde, um ihrem Ärger Luft zu machen. Sie sei weder gefragt noch informiert worden.

Das für die Bundesstraße zuständige Staatliche Bauamt in Nürnberg verweist an die Fast-Food-Kette und die Stadt Höchstadt. Man habe die Abbiegespur genehmigt, mit dem Bau und eventuell nötigem Grunderwerb aber nichts zu tun.

Der Stadtrat habe die Abbiegespur zwar beschlossen, gebaut habe aber die Restaurant-Kette, teilt Gerhard Leicht mit, Leiter des Bürgerbüros im Höchstadter Rathaus. Auf eine am Dienstagnachmittag gestellte Anfrage an die Fast-Food-Kette ging bis Redaktionsschluss noch keine Antwort ein.

Auslöser für den Ärger der Grundstückseignerin ist eine Verschwenkung des städtischen Geh- und Radwegs, der aus dem Aischtal kommend über die B470 führt. Diese Verschwenkung hat in die Wiese eingegriffen. Nötig sei sie gewesen, um Fußgänger und Radler in diesem Bereich sicher über die Bundesstraße zu lotsen. Dafür wurde auch noch eine extra Fußgängerinsel eingebaut.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) versprach in der Sitzung, sich der Sache anzunehmen und eine Lösung zu suchen. So werde die Stadt wohl die betroffenen 200 Quadratmeter Wiese kaufen. Mit dem vom Bauherren vorgegebenen Tempo ist die Verwaltung offensichtlich überrascht worden.