Eine Frage beschäftigt Kinder früher wie heute: Wie animiert man den Osterhasen dazu, seine Gaben zu bringen? Dazu gab es in früheren Zeiten das "Hosergärdla", das die Kindern selbst gestalteten.

Frieda Prückelmeier aus Hammerbach erinnert sich, dass sie dazu mit einem Messer von einem Scheitholz kleine Stücke abspaltete, um sie als Zaun zu verwenden. Ein Eingang musste aber immer offen gelassen werden, damit der Osterhase auch hineinfand. In der Scheune gab es reichlich weiches Heu zum Auspolstern.

Aufgestellt wurde das "Hosergärdla" im Garten oder im Hof in einem versteckten Eck.

"Dass der Osterhos ned gseng worn is, wenn er neihupft." Aufgebaut wurde es von den Kindern häufig am Karsamstag. Um den Hasen in das Nest hineinzulocken, legten sie eine Handvoll "Hoserbrod" hinein. Diese Pflanze wuchs bereits zu Ostern an den Böschungen. Lag das Kraut am Ostermorgen nicht mehr im "Hosergärdla", war dafür ein Geschenk für die Kinder da. Der Osterhase brachte meist schlicht gefärbte Eier.


Während der Zweiten Weltkriegs wurden diese mit Zwiebelschalen und Spinat oder mit Hilfe von Rote-Beete-Saft gefärbt.

Die gekochten und gefärbten Eier wurden abschließend mit Schweinefett abgerieben, damit sie schön glänzten.
Auch bei Frieda Prückelmeier waren Schokoeier oder -hasen noch nicht verbreitet. Höchstens Zuckereier oder Hasen aus gebackenem Teig mit einer Schokoladenglasur konnten mal im "Gärdla" liegen. In den 1950er Jahren kamen oft Eier aus Pappmachee ins Nest, die mit Zuckereiern oder kleinen Schokoladeneiern gefüllt waren.

Wie sich Hans Fink erinnert, gab es in Niederndorf ein mobiles "Hosergärdla". Hergestellt wurde es aus einem Brett mit einer sechskantigen Grundfläche, in dessen Löcher am Rand kurze Abschnitte von Weidenzweigen gesteckt wurden, die häufig noch mit dünnen Weidenruten umflochten waren. Ausgepolstert war das ganze mit Holzwolle oder Moos. "Klaana Bauern ham des im Aufdroch für annera gmachd", erinnert er sich noch. "Da wär scho was neiganga, wenns was geem hädd."

Der Inhalt war bei Fink immer derselbe.

Von der Bäckerei Dengler wurde ein gebackener Osterhase aus "Wegglas-Daach" gekauft, der eine Rosine als Auge und ein eingebackenes Osterei hatte. "Gessen ham mir bloß die Weinbeer und is hardkochde, rode Ei. Der Daach hod noch nix geschmeggd und is als Gleesbrod verwend worn."

Im Gottesdienst geweiht wurden ausschließlich die Gründonnerstagseier.

Diese wurden nach der Weihe an Ostern vor dem Mittagessen verspeist.
Für die ABC-Schützen kündigte sich an Ostern außerdem langsam aber sicher der Ernst des Lebens an: Der Taufpate brachte zum Osterfest den neuen Schulranzen vorbei.