Die Mitglieder der Förder- und Werbegemeinschaft Herzogenaurach (Föwe) und Herzocity müssen sich an zwei neue Vorstandsnamen gewöhnen. Bei der Jahresversammlung im Herzogspark wurden Christina Daßler (CD Solution) und Johannes May (Wein & Fein) in das Gremium gewählt.

Dass bereits zu Beginn der gut besuchten Jahresversammlung die Lunte am Glimmen war, ließ sich das Team um Vorsitzenden Michael Dassler nicht anmerken. Die Mitglieder des Vorstandes stellten nacheinander Aktionen und die Ergebnisse ihres Arbeitsgebietes vor, was auch auf Zustimmung der Mitglieder stieß.

Erst bei Aufruf des Tagesordnungspunktes Neuwahlen war eine gewisse Anspannung am Vorstandstisch spürbar. Zweiter Vorsitzender Christian Kindler kündigte eine persönliche Erklärung an und erklärte, dass er bei den Neuwahlen nicht mehr zu Verfügung stehen würde. So müssten sich in einer funktionierenden Vorstandschaft alle fünf Räder in die gleiche Richtung, bewegen und das würden sie nicht mehr tun.

Burkhardt im Interessenkonflikt?

"Ich kann manche Entscheidung der Vorstandschaft nicht mehr mittragen, wir führten lange und teils auch sehr emotionale Diskussionen", erklärte Kindler seinen Rückzug. Neue Ideen und ein frischer Wind könnten nur gut für den Verein sein. "Für mich ist es Zeit, etwas Neues zu tun", meinte Kindler abschließend und schlug Sabine Hanisch (Markötter Inkasso) als Nachfolgerin vor.

Anschließend gab auch Ursula Dorweiler (Reformhaus) ihren Rückzug bekannt. "Jetzt möchte ich nicht mehr mitmachen und mich wieder mehr um mein Geschäft kümmern", erklärte die bisherige Protokollführerin.
Was letztendlich den Rückzug von Dorweiler und Kindler auslöste, blieb unbeantwortet. Der Riss scheint aber ziemlich tief zu sein, der sich dann auch durch die Versammlung zog, und es hatte den Anschein, als würde sich eine zweite Gruppe bilden.

Der Rückzug der beiden Vorstandmitglieder löste erwartungsgemäß eine Diskussion aus und Vorsitzender Dassler sprach von einem Wendepunkt und der Chance eines Neuanfangs.

Einen weiteren Aspekt und vermutlich auch ein Kritikpunkt von Kindler brachte Stefan Müller (Foto Müller) in die Diskussion. Dass Markus Burkhardt als Bürgermeisterkandidat der CSU gehandelt wird, sieht Müller als einen Interessenkonflikt. Auf der einen Seite soll ein Vorstandsmitglied die Belange der Föwe und seiner Mitglieder vertreten, ein Bürgermeister oder Kandidat muss dagegen die Interessen der Stadt vertreten. Burkhardt sieht in einer Kandidatur keinen Widerspruch, schließlich seien Verein und Politik zwei Paar Stiefel.

"Vereinsgedanke kam zu kurz"

So stelle sich nach Meinung von Michael Dassler und Markus Burkhardt auch die Frage, ob die Veranstaltungen von Mal zu Mal größer werden müssen. Schließlich gehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter oftmals bis zu ihrer Leistungsgrenze, und auch der finanzielle Aspekt dürfe nicht außer Acht gelassen werden.

So sei in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen, der Vereinsgedanke etwas zu kurz gekommen und auch der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern sei zu kurz gekommen. Dassler begründete dies auch mit der Mitgliederzahl von aktuell 176, "wir waren mal 66 und es war ein kuscheliger Verein, aber mit der Mitgliederzahl sind auch die Aufgaben gewachsen", erklärte der Vorsitzende. So sollen einige Aktionen auf den Prüfstand gestellt werden, nicht um sie abzuschaffen, sondern um sie möglicherweise anders zu organisieren. "Es ist unsere Pflicht, Dinge kritisch zu betrachten und zu hinterfragen", erklärte dazu Nicole Maydt. So müsse die Föwe mit der Zeit gehen und sich fragen: "Was wollen wir und wo wollen wir hin."

Eine heftige Diskussion löste dann Vorsitzender Michael Dassler aus, als er seine "Wunschvorstandschaft" verkündete. "Uns gibt es nur im Paket und nur in dieser Zusammensetzung. Klappt das nicht, gibt es auch keinen Vorstand." Einige Mitglieder beklagten das fehlende Mitspracherecht und fehlende Demokratie. Dies sei nicht der richtige Weg, meinten sie. Mitglieder, die bereit gewesen wären, im Vorstand mitzuarbeiten fühlten sich übergangen.

"Ich finde es unbillig, wie hier mit Menschen umgegangen wird, die sich ehrenamtlich engagieren wollen" oder "ich komme mir verarscht vor", lauteten die Vorwürfe an den Vorsitzenden.

Wunschkandidaten gewählt

Zu später Stunde wurde dann doch der Tagesordnungspunkt Neuwahlen aufgerufen. Erwartungsgemäß gab es aus der Versammlung weitere Vorschläge, letztendlich wurden die "Wunschkandidaten" von Michael Dassler mehrheitlich in den Vorstand gewählt.



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