"Uraha Helau" hallt es quer durch die ganze Stadt. Denn Herzogenaurach ist endlich wieder fest im Griff der Narren. Schrille Tanzkostüme, amüsante Büttenreden und wagemutige Akrobatik-Einlagen bekam das Publikum bei der ersten Prunksitzung des Karnevalclubs Herzogenaurach in diesem Jahr zu sehen. Dazu hatte der Elferrat des KCH am Samstagabend in das städtische Vereinshaus eingeladen.

Wie bei den vergangenen Prunksitzungen gehörte auch heuer wieder Michael Tiefel zum Bühnenrat dazu. Gemeinsam mit der Sitzungspräsidentin Margit Bräunlein leitete dieser das Publikum durch das sechsstündige Programm und präsentierte die verschiedenen Künstler auf der Bühne.

Trotz tropischer Temperaturen auf dem Podest fühlte sich der Vizepräsident sichtlich wohl in seiner Rolle und begeisterte die Faschingsgäste mit charmanten Kommentaren und auflockernden Anekdoten. Besonders die jugendlichen Künstler lobte Tiefel ausdrücklich für deren Einsatz: "Wenn die Kinder das ganze Jahr üben, sollen sie auch auf der Bühne stehen dürfen."

Denn selbst die kleinsten des KCH hatten am Wochenende die Möglichkeit ihr Können auf der ganz großen Bühne unter Beweis zu stellen. Neben Junioren- und Jugendgarde durften selbst die Bambinis mit ihrem Auftritt "Buchstabensuppe" vortanzen. Ein Erlebnis, an das sich auch die beiden Nachwuchstänzerinnen Hannah Reihl (fünf Jahre alt) und Aurora Mudura (drei) wohl noch lange Zeit erinnern werden. Denn beide feierten am Samstag ihren Geburtstag und wurden von Michael Tiefel und seinem Publikum mit einem Ständchen überrascht.


Das jüngste Mariechen


Ein weiteres Mädchen hatte ebenfalls ihren ersten großen Auftritt. So feierte Laura Zöllner ihre Premiere als jüngstes Tanzmariechen und erhielt dafür den Sessionsorden vom Elferrat überreicht.

Aber nicht nur durch sehenswerte Tanzeinlagen wusste die diesjährige Prunksitzung zu überzeugen. So versuchten sich auch einige Faschingsanhänger am Mikrofon. Die beiden jugendlichen Büttenrednerinnen, Lena Dörr und Alina Graf, erzählten beispielsweise aus ihrem Schulalltag am Lothar-Matthäus-Gymnasium, wobei sie kaum ein gutes Haar an ihren Lehrern ließen: "Die Lehrer sind wie Fixer - die denken immer nur an ihren Stoff."
Begleitet von Gelächter, Applaus und Helau-Rufen waren die beiden Mädchen jedoch nicht die einzigen Büttenredner. Denn auch die Gastgeber stellten gute Auftritte: Die KCHler Konrad Seeberger und Dieter und Sonja Bräunlein, bekannt unter den Namen "Die Gaudidoldies", erzählten lustige Geschichten direkt vom Heller-Stammtisch. Da durfte natürlich auch die eine oder andere typisch fränkische Spitze nicht fehlen: "Waast du wos mia an deina Margit am bestn gfällt? Dass des net mei Fraa is."

Wie auch im letzten Jahr fand der durch Fernsehen und Rundfunk bekannte Entertainer Philipp Simon Goletz wieder den Weg ins Herzogenauracher Vereinshaus - zur Freude einiger Faschingsprinzen. Mit Witzen über den Bundespräsidenten und die Technik von heute läutete er gekonnt das Abendprogramm der ersten Prunksitzung ein.

Denn dieses strapazierte noch die Lachmuskeln der zahlreichen Besucher recht ordentlich. Besonders der letzte Büttenauftritt hatte es in sich. Andrea Lipka erzählte als Putzfrau Elfriede Rumpler von ihrem Liebesleben und gab herzliche Einblicke in ihren typisch fränkischen Haushalt. Im Kampf um die Gunst ihres Ehemannes standen dabei vor allem "die naggaden Wackerla auf DSF" der pfiffigen Putzfrau im Weg. Da halfen selbst die besten Tipps und Informationen aus diversen Frauenzeitschriften nicht weiter: "Da stand, dass a Franzuus im Joahr 169 Mal mit seiner Partnerin schläft. Schee und gut, aber wo find ich in Herziaura an Franzuusn?"


Talente immer gesucht


Michael Tiefel nutzte die Gunst der Stunde auch für weitere Talentwerbung seines Faschingsvereins: "Sie ist vom Aussterben bedroht, die Gattung Mann. Denn bei uns kommt auf 180 Nachwuchstänzerinnen exakt ein männlicher Jugendtänzer. Wenn Sie also einen Sohn ham, der viel zu bleed is aufm Fußball neizuhaua, dann schickens nan doch zu uns."

Jugendliche Tänzer wie Christian Seeberger sind gefragt. Denn genau diese werden benötigt, damit Herzogenaurach auch noch in den kommenden Faschingsperioden weiterhin fest im Griff der Narren bleibt.