Weihnachtsmarkt, Faschingsmarkt oder erst am vergangenen Wochenende der Ostermarkt - die seit dem 19. Jahrhundert in der Höchstadter Innenstadt stattfindenden Märkte locken auch heute noch Besucher in Scharen. Allerdings geht die Anzahl der Stände in den vergangenen Jahren immer mehr zurück.

Noch gut in Erinnerung sind den Höchstadtern Ostermärkte, bei denen nicht nur in der Hauptstraße und am Markplatz, sondern auch in der kompletten Steinwegstraße und in der Oberen Brauhausgasse buntes Markttreiben herrschte. Hatten sich damals an die hundert Fieranten für die Märkte in Höchstadt angemeldet, sind es inzwischen weniger als die Hälfte. Die Steinwegstraße ist an Markttagen inzwischen wieder frei befahrbar und sogar in der Hauptstraße werden die Lücken größer.

Im Rathaus wird der Rückgang an Anbietern nicht nur registriert, die Stadt müsse sich darauf einstellen, sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Das Einkaufsverhalten der jungen Menschen habe sich verändert, sie decken einen Großteil ihres Bedarfs schon im Internet. Das typische Marktpublikum seien heute ältere Bürger. Darauf reagieren auch Standbetreiber und ziehen sich zurück.

Der Bürgermeister stellt sich die Frage, "was dient der Stadt und den Geschäftsleuten"? Brehm spricht von einer Strukturanpassung und hält eine Reduzierung der fünf zugelassenen Sonntagsmärkte durchaus für möglich. Er möchte dabei aber die Geschäftswelt mit einbinden.

Um die Innenstadt attraktiv zu machen, denkt er an Erlebniseinkauf und Sondererlaubnisse für die Einzelhändler. Eine Entwicklung in diese Richtung sei besser, als einfach an den fünf historischen Marktsonntagen festzuhalten.


Geschäftsleute eingeladen

Demnächst will der Bürgermeister alle Geschäftsleute zu einem Koordinationsgespräch einladen, in dem über die Gesamteinkaufssituation im Mittelzentrum Höchstadt diskutiert werden soll, besonders auch im Hinblick auf das kommende Aischpark-Center. Von den 6000 Kunden, die täglich in dem neuen Einkaufszentrum erwartet werden, möchte Brehm auch einige in die Innenstadt locken.

Hier gibt es Geschäftsleute, die trotz der weniger werdenden Stände immer noch auf die Marktsonntage schwören. "Bei uns war am Ostermarkt die Hölle los", sagt Thomas Schmidhuber vom Zigarrenhaus Riegler. Am ersten schönen Tag im Jahr seien auch viele Kunden aus dem Umland gekommen. Ute und Thomas Schmidhuber nutzen aber nicht jeden verkaufsoffenen Sonntag: "Wir entscheiden spontan, ob wir aufmachen."

Auf die Marktsonntage nicht verzichten möchte Birgit Brückner von Helgas Schuhladen. Auch ihr Geschäft war am Sonntag wieder bestens besucht. Den Rückgang an Marktständen würde die Juniorchefin ausgleichen, indem man in Höchstadt schon existierende Hobbykünstler- oder Trödelmärkte an einem Marktsonntag einfach in die Innenstadt verlegt.