Der Weisendorfer Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) fürchtet derzeit nur eines: einen frühen Wintereinbruch. Dieser würde nämlich den sehr knapp bemessenen Zeitplan der laufenden Baumaßnahme erheblich durcheinander wirbeln. "Ich wünsche, dass uns das erspart bleibt", hofft Tritthart. Der Bürgermeister meint damit die Arbeiten an den Gehwegen der Ortsdurchfahrt. Derzeit gehen die Pflasterarbeiten auf der Westseite bis zum Brothaus und bis zum geplanten Kreisverkehr ihrem Ende entgegen. Mitte nächster Woche soll, sofern auch das Wetter mitspielt auf der Ostseite, also auf Seite des Beck-Drive-Ins, mit der Verbesserung der Gehwegsituation begonnen werden.

Tritthart sieht mit dem Pflaster "Via Castello" nicht nur eine Verschönerung und Aufwertung des Ortsbildes kommen, sondern auch ein wesentliches Ziel des städtebaulichen Gesamtkonzeptes erreicht. Denn die Höchstadter Straße soll sich, wenn die geplanten Maßnahmen einmal umgesetzt sein werden, zu einem der Hauptgeschäftsbereiche des Marktes Weisendorf entwickeln.

Dass dieser Weg nicht einfach sein wird, ist auch dem Bürgermeister klar und es muss noch einiges getan werden. Er ist deshalb den Anliegern und Eigentümern dankbar, die nicht nur kooperativ waren, sondern auch bereit waren, der Gemeinde einen Teil des Grundes abzutreten. Mit einem leichten Verschwenk der Fahrbahn in Richtung Osten und durch den Grunderwerb sei erreicht worden, dass die Gehwege deutlich breiter hergestellt werden können.

Die Grünen waren dagegen

Deshalb kann Tritthart für die Blockadehaltung und der Ablehnung der Grünen im Gemeinderat kein Verständnis aufbringen. "Das ist eine Baumaßnahme des staatlichen Bauamtes und wir konnten in einer intensiven Zusammenarbeit das Bestmögliche herausholen. Das Problematische an der Ortsdurchfahrt ist, dass die Gemeinde dort nahezu keinerlei Grund besitzt", erklärte Tritthart die Situation.

Wäre nämlich die Mehrheit des Gemeinderates der Argumentation der Grünen gefolgt und hätte die Maßnahme abgelehnt, wären der Ausbau auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben worden und die Ortskernsanierung sowie alle Vorbereitungen für die Katz gewesen, befürchtet der Bürgermeister.

Die derzeitige Baumaßnahme, die von der Städtebauförderung finanziell unterstützt wird, soll Mitte nächster Woche auf der Ostseite fortgesetzt werden. In diesem Zusammenhang lobt Tritthart die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern, der Weisendorfer Firma Zema und der Baufirma Heilit und Wörner. "Die machen so richtig Druck und bemühen sich, den Zeitplan einzuhalten", erklärte er erfreut.

In der nächsten Woche soll auch die Querungshilfe in Höhe des ehemaligen Schleckermarktes fertiggestellt sein und am Ende wird auch ein Leitsystem für Behinderte auf beiden Straßenseiten zur Verfügung stehen. Der Behindertenbeauftragte Gerhard Freunscht war immer wieder Gesprächspartner bei den Planungen und brachte seine Vorstellungen und Wünsche mit ein.

So sorgte bei der letzten Sitzung des Gemeinderates das Verhalten von Christiane Kolbet von den Grünen für Empörung, als Bürgermeister Tritthart erklärte, dass sich der Behindertenbeauftragte sich den Umbau der Kreuzung genau "angesehen" hätte. Die Aussage des Bürgermeisters veranlasste Kolbet zum Lachen und ihr Fraktionskollege Norbert Maier bezeichnete den Kreuzungsumbau als Pfusch.
Dabei muss man wissen, dass der Behindertenbeauftragte blind ist, aber auf dem Gebiet der Barrierefreiheit in Weisendorf schon viel bewegt hat.
Ziel der Planer und des Bürgermeisters ist es, die Gesamtmaßnahme des zweiten Bauabschnittes bis zum künftigen Kreisverkehr noch in diesem Jahr fertigzustellen, immer vorausgesetzt, die Baustelle versinkt nicht im Schnee.