Der Marktgemeinderat Weisendorf hat, gegen die beiden Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen, den Haushalt für das Jahr 2013 beschlossen. Trotz der sehr erfreulichen finanziellen Entwicklung, wie sie Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) bezeichnete, hagelte es von den Grünen, vorgetragen von Norbert Maier, nur Kritik. Maier zweifelte das Ziel des Bürgermeisters an, "schuldenfrei bis Ende 2016" zu sein und kritisierte die geringe Schuldentilgung.

"Auch der Markt Weisendorf muss sich an Vorgaben und Verträge halten", antwortete Kämmerer Herbert Barth. So werden Einnahmen bei den Rücklagen geparkt und wenn es die Verträge zulassen, zur Schuldentilgung verwendet. "Mir wäre auch lieber, wir könnten die rund 100.000 Euro Zinsen investieren", erklärte der Bürgermeister und kündete an, den Abbau der Schulden voranzutreiben. 17,1 316 2,6

Dank der Grundstücksverkäufe in der Gerbersleithe konnte Kämmerer Herbert Barth rund 1,9 Millionen Euro der Einnahmeseite gutschreiben. "Dass die Verkäufe aktuell so gut verlaufen, ist nicht das Verdienst des Bürgermeisters, sondern der Eurokrise geschuldet. Die Anleger retten ihr Vermögen in Sachwerte und Immobilien - Weisendorf profitiert von der Eurokrise", erklärte dazu Maier.

Die Grünen, die die Bauabschnitte im Gemeinderat ablehnten, hätten sich eine Förderung von jungen Familien gewünscht, dies würde zu einer nachhaltigen und guten Belegung der Kinderkrippen, Kindergärten und der Schule führen. Allerdings hatte die Grünen-Fraktion im Gemeinderat die Erweiterung der schon vor Fertigstellung belegten zwei Krippengruppen ebenfalls vehement abgelehnt.

Zusammenfassend erklärte Maier, dass in Weisendorf für Familien, Kinder und Jugendliche in Weisendorf zu wenig passiere und bezog seine Äußerungen auf die Spielplätze in Buch, Neuenbürg und Gerbersleite, sowie den geplanten Bewegungspark. Auch am derzeitigen Ausbau der Ortsdurchfahrt ließ Maier kein gutes Haar, bezeichnete die Maßnahme als überstürzt, hektisch vorgezogen, als "völlig in die Hose gegangen" aufgrund einer unfertigen detaillierten Planung.

"Unansehnliche Ergebnisse"

Durch fehlende Absprachen und kaum vorhandene Anwohnerbeteiligung könne man jetzt die unansehnlichen Ergebnisse sehen und riskiere die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern. "Statt die Interessen der Weisendorfer Bürger zu vertreten, macht es der Bürgermeister genau umgekehrt." So würden die großen Summen für die Ortskernsanierung nicht zur Aufwertung, sondern zu einer weiteren Verschandelung führen, wie es an den beiden Backshops zu sehen sei.

"Ein bisschen was muss ich dazu schon sagen, auch wenn heute Weihnachtssitzung ist", antwortete der Bürgermeister und wies die Vorwürfe zurück. Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, hätte es keine Grundstücksverkäufe gegeben. "In Weisendorf baut keiner ein Haus", hieß es von der Fraktion, als die Bauabschnitte beschlossen wurden. Jetzt seien die zwei Bauabschnitte komplett verkauft und zum Teil schon bebaut. "Schauen sie sich mal um, wie viele junge Familien dort inzwischen wohnen, sie wollten das doch überhaupt nicht", erklärte Tritthart.

Auch zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit der Ortsdurchfahrt nahm er Stellung und wies die Vorwürfe zurück. So seien die Anlieger sehr wohl eingebunden und beteiligt worden, er habe mit jedem Anlieger gesprochen. "Eigentlich haben Sie in dieser Angelegenheiten in erster Linie ihre eigenen Interessen vertreten und nicht die der Bürger", warf der Bürgermeister dem Ratsmitglied Maier vor, der an der sogenannten "Schwane-Kreuzung" wohnt.
Oliver Brehm (CSU), gleichzeitig Vorsitzender des IHK-Gremiums Herzogenaurach, freute sich, dass die Gemeinde so solide da steht, rief aber in Erinnerung, eine Senkung der Gewerbesteuer nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Sprecher der SPD, BWG und der Unabhängigen Wählergemeinschaft Buch-Nankendorf dankten in ihren kurzen Statements dem Kämmerer dafür, dass trotz weiterer arbeitsintensiven Arbeiten der Haushalt noch in diesem Jahr verabschiedet werden konnte und signalisierten ihr Zustimmung.