Das kleine, aber feine Lokal "Wein & Fein", direkt am historischen Türmersturm gelegen, zeichnet sich durch seine enge und familiäre Atmosphäre aus. Oder heißt es besser: zeichnete sich aus? Denn genau das ist offenbar das Problem für den aktuellen Pächter Carsten Ritter. Zu wenig Gäste passen da rein, sagte er im Gespräch mit infranken.de. Und deshalb verkündet er, das Lokal aufzugeben.

Gestern Abend hatte der junge Koch und Betreiber das Lokal zum letzten Mal geöffnet, wie er sagte. Er fasste diesen Entschluss, obwohl er noch keine vier Monate der Chef des " Wein & Fein" gewesen war. Eines renommierten Restaurants, dessen Gründer und Besitzer zum Jahresende ihren Betrieb aus privaten Gründen beendet hatten. Die Geschwister Marion Galster und Johannes May zog es nach vielen Jahren weg von Herzogenaurach, neue Aufgaben lockten.

25 Sitzplätze

Der 26-jährige Carsten Ritter, der unter anderem auch schon in den "Südtiroler Stuben" von Alfons Schuhbeck gekocht hatte, versuchte sein Glück. Doch letztlich sei das Restaurant mit seinen 25 Sitzplätzen zu klein, als dass er davon leben und noch drei fest angestellte Mitarbeiter sowie Aushilfen bezahlen könne. "Man müsste sowohl mittags als auch abends täglich voll haben", sagte er. Mittags fehlten seiner Aussage nach aber genügend Gäste. Was er nun künftig machen wolle, habe er noch nicht entschieden. Vielleicht zieht es den jungen Mann zurück auf ein Schiff, oder er werde was ganz anderes tun.

Jedenfalls ist seine anfängliche Begeisterung einer gewissen Ernüchterung gewichen. Deshalb habe er die Entscheidung auch relativ schnell getroffen. Denn: "Mehr als voll sein kann es nicht", sagte er. Und das hätte in der Summe halt nicht genügt. Auch wenn die Sommersaison mit Altstadtfest und anderen Events erst noch aussteht. Man habe hohe Qualität geboten, gepaart mit entsprechendem Personalaufwand. Das koste eben Geld, sagt Ritter. Dass es an der Qualität nicht gelegen haben könne, beteuert der Koch. "Unsere Gäste waren top zufrieden. Das haben sie uns auch gesagt."

Mit Bedauern reagierte auch Kara Martens, die gestern Abend zu Gast war. Sie kennt das Lokal bereits aus Galsters Zeiten und hoffte, dass es doch weitergehen möge. Seine Stammgäste hatte Ritter informiert, sonst habe er sich eher bedeckt gehalten.

So genossen die Gäste einen beschaulichen Freitagabend, während entlang der Hauptstraße der Trubel der Weißen Nacht lockte.