Das Schöne an der Weihnachtszeit ist wohl, dass die Kinder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Glänzende Kinderaugen beim Anblick der Kerzen, überraschte Gesichter beim Nikolaus, der dann doch nicht der Opa ist, weil der neben einem auf dem Marktplatz steht, kalte Hände, die einen Adventsmarkt nicht nur sprichwörtlich begreifen wollen.

Genau diesem Kinder widmete Bea Wirth vom Freizeitheim mit ihrem Team all ihre Zeit: Plätzchen backen, war am Rande des Adventsmarktes angesagt.


Schlittenfahrt ohne Schnee

Das Ausstechen der Plätzchen war dann aber unweihnachtlich eine ganz schön schwere Arbeit. "Das geht aber hart", meinte die kleine Aline als sie mit zwei Händen kräftig auf die Form drückte. Schuld war die eisige Kälte, die dafür sorgte, dass der ausgerollte Plätzchenteig an Festigkeit zunahm. Einen ganzen Stoß von Backblechen mit dem ausgerollten Teig stellte die Bäckerei Römmelt zur Verfügung, damit die Kinder "ihre" Weihnachtsplätzchen ausstechen und im bereitstehenden Backofen gleich backen konnten.

"Oberwichtel" Bea Wirth hatte mit ihren Wichteln das Kinderprogramm zusammengestellt. Die Kinder buken nicht nur Plätzchen, sie gestalteten Kerzen, bastelten Lebkuchenmänner und genossen eine Schlittenfahrt ganz ohne Schnee. Inmitten des Schlosshofes stand ein kleines Karussell, das von den kleinen Besuchern dauerhaft belagert wurde. Wunschzettel wurden geschrieben, die direkt nach Himmelpfort geschickt wurden, damit sie der Weihnachtsmann dem Christkind weitergeben kann.

Wenn dann doch die Kälte etwas in die Kleidung kroch und die Hände kalt wurden, im Foyer des Rathauses gab es Weihnachtsmärchen, die Herzo-Lesepaten erzählten spannende Geschichten rund um Weihnachten.
Wer vermutlich nicht weniger glänzende Augen hat, sind dann die Erwachsenen. Das zeigt sich daran, dass der Herzogenauracher Adventsmarkt von Jahr zu Jahr immer beliebter wird. Bereits am Samstagabend - zur Hälfte der Marktzeit - zeigten sich zufriedene Mienen bei den Organisatoren des Marktes. Dazu trug in diesem Jahr sicher auch das passende Wetter mit bei.

"Ein bisschen Schnee wäre nicht schlecht gewesen, aber das trockene und kalte Wetter, passt auch zu einem Weihnachtsmarkt", meinte Bürgermeister German Hacker (SPD). Ruthild Schrepfer, Sprecherin der Förder- und Werbegemeinschaft, war ebenfalls zufrieden. "Das läuft ganz gut und es sind viele Leute aus der ganzen Umgebung da." Schrepfer bekommt das im besonderen Maße mit, schließlich steht sie jeden Tag auf der Bühne und kündigt den Gast des Lebendigen Adventskalenders an.

Zu ihren Aufgaben gehört es aber auch immer wieder mal mit einem Kind auf der Bühne zu erscheinen. Oft haben die Kleinen Tränen in den Augen, da sie die Eltern, Oma oder Opa im Trubel verloren haben. "Wenn es nicht abgeholt wird, nehm' ich es mit nach Hause", ruft Ruthild Schrepfer dann in die Menge. Bisher haben alle Kinder ihre Familien aber immer wieder gefunden.


Weihnachtsstress für Kinder

Das vielfältige Programm auf der Bühne, tat sein Übriges und lockte besonders die Familien in die Stadt. Zu den regelmäßigen Gästen gehört auch die Familie Rahner aus Fürth-Ronhof. "Wir kommen immer hierher, weil meine Schwester hier wohnt und es ist immer ein sehr unterhaltsamer Abend", erklärte Sybille Rahner. Regelmäßig geht die Familie auch zum Fürther Weihnachtsmarkt. Doch der kleine Markt in Herzogenaurach habe seinen besonderen Reiz. Der Fürther Familie gefiel vor allem die Angebote der privaten Standbetreiber, weil es schöne handwerkliche Gegenstände zu kaufen gibt und das besondere Ambiente auf dem Marktplatz.

Zurück zu den Kindern. Die gerieten fast in einem "vorweihnachtlichen Stress". Da kamen das Christkind und der Nikolaus immer wieder mal vorbei, die Kutschfahrten lockten, im Schlosshof gab es das Kinderprogramm. Und dennoch blieb irgendwie die Zeit für ein bisschen Besinnlichkeit, was nicht zuletzt wieder an den Kindern lag, die mit ihren glänzenden Augen auf den eigentlichen Grund der Weihnachtszeit hinwiesen.