Die sozialen Schwerpunkte, welche die Herzogenauracher CSU-Bürgermeisterkandidatin Sabine Hanisch in ihrem Programm setzen will, hat die Stadt längst im Fokus. Das erklärt zumindest die Zweite Bürgermeisterin und SPD-Stadträtin Renate Schroff in einer Stellungnahme, mit der sie auf Hanischs Aussagen und Forderungen in einem Pressegespräch vom Donnerstag reagiert.

Das im Juli 2017 vom Landkreis beauftragte "Seniorenpolitische Gesamtkonzept Teil 1" attestiere der Stadt Herzogenaurach Handlungsbedarf an Pflegeangeboten im ambulanten Bereich. Der Pflegebedarf werde sich bereits bis 2025 verdoppeln und bis 2036 knapp verdreifachen. Dabei würden die an Demenz erkrankten Menschen den größten Teil der Pflegebedürftigen stellen, berichtet Schroff.

Beschluss bereits Ende 2017

Daher habe sie zusammen mit Curd Blank im Namen der SPD-Stadtratsfraktion bereits am 6. November 2017 beantragt, die Stadtverwaltung solle prüfen, wo sich eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen einrichten lässt. Die Suche nach geeigneten Grundstücken oder Objekten sei in der Stadtratssitzung vom 30. November 2017 nahezu einstimmig beschlossen worden. So wird im dritten Bauabschnitt der Herzo Base eine seniorengerechte Wohnform mit Betreuung eingerichtet. "Dies sollte der Bürgermeisterkandidatin der CSU bekannt sein", meint Renate Schroff. Die geplante WG entspreche ausdrücklich keinem Pflegeheim, sondern sei eine alternative Wohnform für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft.

Ebenso sei beabsichtigt, im zukünftigen Baugebiet "In der Reuth" östlich der Reha-Klinik ein weiteres Objekt mit einer alternativen Wohnform einzurichten.

SPD für alternative Wohnformen

Vor dem einstimmigen Beschluss über die Unterstützung des Ehrenamtsnetzes "Nah mit Herz(o)", dessen Einführung sich die CSU auf die Fahnen schreibt, hätten sich die Vertreter der SPD bei den Mitgliedern des Agenda-Arbeitskreises "Soziales und Kommunikation" sowie der Caritas-Verwaltung über alle relevanten Aspekte informiert. So treffe der Fachkräftemangel in der Pflege vor allem die stationären Einrichtungen. Die angestrebten alternativen Wohnformen oder ambulante Pflegedienste seien weniger betroffen. Unter diesem Aspekt strebe die SPD solche alternativen Wohnformen anstelle von stationären Pflegeheimen an, weil auch die Menschen zunehmend solche Wohnformen suchen würden.