Wer wählt, macht das entweder per Briefwahl oder geht ins Wahllokal. Dort warten Helfer, die einem den Wahlzettel reichen. Helfer, die die Wahl den ganzen Tag über begleiten. Auch in Lonnerstadt ging es am Sonntag schon früh los. Ab 7.30 Uhr waren die Wahlhelfer in der Grundschule, um alles für die Europawahl vorzubereiten. In zwei Schichten sorgen sie dann für einen reibungslosen Ablauf der Wahlen. Um 18 Uhr werden dann die Urnen ausgekippt und die Stimmen ausgezählt.

Gemeinderat Gerrit Hoppe (FW) ist schon seit einigen Jahren dabei: "Ich find's total interessant, wie die politische Lage ist." Als Wahlhelfer ist er einer der ersten, der die Ergebnisse vor Ort kennt. Günter Rost (SPD-Wählergemeinschaft), ebenfalls Gemeinderat in Lonnerstadt, hilft auch gerne mit. Bei der Europawahl heuer stellte er aber bereits zur Mittagszeit fest: "Die Wahlbeteiligung ist eher schlecht." Mehr als 50 Prozent werden es in Lonnerstadt an diesem Tag wohl nicht werden, schätzt auch Hoppe. Er stellt in den letzten Jahren aber einen positiven Trend fest. Mehr Bürger in Lonnerstadt beteiligten sich wieder bei den Wahlen.

Um Wahlhelfer zu werden, muss man zunächst einen Lehrgang bestreiten. Dort lernen die Teilnehmer laut Hoppe unter anderem, wie sie mit besonderen Situationen umgehen, zum Beispiel: Was tun, wenn Tumulte entstehen?

Wichtig bei den Wahlen ist freilich auch das Auszählen. Wenn um 18 Uhr alle Urnen umgedreht werden und die Wahlzettel herausfallen, dann muss alles reibungslos ablaufen. Deshalb werden die Zettel in drei Kategorien eingeteilt: Gültige Stimmen, leere Stimmen, also Zettel ohne Kreuz, und diskussionswürdige Abgaben. Das sind Wahlzettel, bei denen ein Kreuz falsch gesetzt wurde, der Wähler das Kästchen durchgestrichen hat und ein neues ankreuzte. Dann wird von den Wahlhelfern entschieden, ob die Stimme eindeutig ist und damit zählen kann. Davon gibt es laut Hoppe aber meistens nur vier bis fünf Zettel.