Jetzt geht es mit "Turbokraft" in das Herzogenauracher Fernwärmenetz. Die Herzo Werke haben mit dem weiteren Ausbau des Heizwerkes und der Erweiterung des Fernwärmenetzes die Grundlagen für intensiven Ausbau der Wärmeversorgung geschaffen. Für Bürgermeister German Hacker (SPD) und Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Herzo Werke, ist die Produktion von Wärme und Strom ein hocheffizientes Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung. Als Energieträger kommt Biomethan zum Einsatz, die in einer Biogasanlage produziert wird, die exklusiv für Herzogenaurach errichtet wurde.

Um den steigenden Wärmebedarf bei ihren Kunden bedienen zu können, haben die Herzo Werke beschlossen, den bestehenden Gasmotor 2 durch ein neues Aggregat zu ergänzen und produzieren damit bereits seit dem 1. Dezember Wärme und Strom. Seit diesem Zeitpunkt läuft auch der neue Gasmotor 3 im erweiterten Testbetrieb mit Erdgas und wird ab 1. Januar auf Biomethan umgestellt.

"Hier steht unser neues Baby", meinte Dietmar Klenk, als er das Tor der Motorenhalle öffnete. Mit dem neuen Motor, der neu installierten Technik, ist das Heizwerk auf dem neuesten Stand und für die nahe Zukunft gerüstet. "Wir haben hier noch eine der wenigen Anlagen dieser Art stehen, die bisher gebaut wurden", erklärte Jürgen Bauer. Der neue Otto-Gasmotor sieht aus wie ein Schiffsdiesel, nur dass daneben kein Dieseltank steht, sondern er aus der Gasleitung gespeist wird.

"Wir erzeugen damit 20 Prozent des lokalen Stromverbrauchs aus nachwachsenden Rohstoffen", erklärte Bauer im Heizwerk. Von dort werden bereits die Firma Adidas und die Herzo Base versorgt. Bürgermeister Hacker will auch bei der Realisierung der weiteren Bauabschnitte für einen Anschluss an das Fernwärmenetz. "Wir können zwar niemanden zwingen, aber Überzeugungsarbeit leisten", meinte dazu der Bürgermeister. "Mit fünf solcher Anlagen könnten wir alle Herzogenauracher Haushalte versorgen", philosophierte Hacker.

20 Prozent des Bedarfs

Die Herzo Werke investierten rund 3,6 Millionen Euro und Bauer denkt schon an eine Erweiterung. "Das Areal für eine weitere Halle ist vorhanden", meinte Bauer. Ab 2013 werden die beiden Motoren rund 9700 MWh Strom und 10 200 MWh Wärme produzieren und in die Netze bringen. Mit Ausnahme des industriellen Bedarfs entspricht dies etwa 20 Prozent des in Herzogenaurach verbrauchten Stroms und es können etwa 680 Haushalte mit Wärme versorgt werden, erläuterten der technische Leiter Thomas Hiller und Dietmar Klenk, verantwortlicher Leiter der Wärmeversorgung. Hiller machte auch darauf aufmerksam, dass die Abwärme der Motoren wieder in den Heizkreislauf zurück geführt wird. "Wir leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende und reduzieren den CO2 -Ausstoss um etwa 5800 Tonnen" rechnete der Bürgermeister vor.