Wenn Andrea Leicht und Ottmar Völlner am Sonntagmorgen um sechs Uhr aufstehen, dann steht für sie das Highlight der Woche an. Sie können abschalten, sie treffen Freunde, sie unterhalten sich - und sie wandern. Leicht ist Vorsitzende der Wanderfreunde Höchstadt, Völlner ist deren Wanderwart. Wenn am Wochenende früh Morgens der Wecker klingelt, machen sie sich mit durschnittlich zehn bis dreißig weiteren Mitgliedern auf zu den Wanderwegen Frankens. "Das ganze Jahr über gibt es in jeder Ecke Frankens einen Wandertag", erklärt Völlner.

Wandern durch ganz Franken

Ob Forchheim, Ansbach oder Schweinfurt: Fast jeden Sonntag veranstaltet ein Wanderverein vor Ort einen Internationalen Wandertag. Dann treffen sich die Vereine aus der Region und gehen auf gemeinsame Wanderschaft. Jeder Teilnehmer kann selbst wählen, ob er eine große oder eine kleine Strecke durchläuft.

Am kommenden Samstag und Sonntag ist es auch wieder in Höchstadt soweit. Leicht und Völlner stecken aktuell noch in den letzten Vorbereitungen für ihren 41. Internationalen Wandertag. Auch heuer erwarten die zwei wieder 1000 bis 1500 Wanderer. Eine große Veranstaltung, bei der viele Helfer benötigt werden. 50 sind das in Höchstadt durchschnittlich, die in der Aischtalhalle die zwei Organisatoren unterstützen. Bereits am Freitag laufen die ersten Aufbauarbeiten an. Bei der Veranstaltung selbst gibt es in der Sporthalle dann Essen und Trinken, Bratwürste und ein kühles Bier nach dem langen Weg.

Zwei Routen planen die Höchstadter: Start und Ziel ist jeweils die Aischtalhalle, die eine Route ist fünf, die andere zehn Kilometer lang. Der kürzere Weg ist für Ältere, aber auch für Erwachsene mit jungen Kindern. Die Höchstadter Wanderer haben sich da nämlich etwas Besonderes einfallen lassen: ein Kinderrätsel. Lösen diese die Aufgaben an den Stationen des Wanderwegs, kriegen sie am Ende in der Aischtalhalle ein kleines Geschenk. "Damit wollen wir die Kinder aus dem Bett rauslocken", sagt Völlner mit Augenzwinkern.

Überall die gleichen Probleme

Der Verein hat dasselbe Problem wie viele in ganz Deutschland. Fehlende Jugend lässt den Mitgliederbestand schrumpfen, die Gefahr erhöhen, den Verein auflösen zu müssen. "Es geben viele Vereine auf, weil die Mitglieder zu alt sind", sagt Leicht. Wandervereine in Etzelskirchen, Adelsdorf, Röttenbach oder Uehlfeld gibt es mittlerweile nicht mehr. Aktuell haben die Höchstadter insgesamt 80 Mitglieder, doch der Altersdurchschnitt sei hoch, meinen die beiden. Denn: Welcher Jugendliche möchte am Sonntagmorgen schon um sechs Uhr aufstehen?

"Früh am Morgen ist es schöner", sagt hingegen Völlner. Den Sonnenaufgang genießen, zu sehen, wie die Natur erwacht. Fränkische Idylle. Doch auch auf die Wandertage kommen weniger Menschen: 2000 waren es noch vor einigen Jahren, die Anzahl hat sich verringert. "Wir können uns aber nicht beschweren", sagt Leicht trotzdem zufrieden.

Während die Wanderer unterwegs sind, treffen sie Freunde und Bekannte, Weggefährten von früher - und kommen ins Reden. Die Höchstadter Wanderfreunde sind eine eingeschworene Gemeinschaft, Leicht und Völlner schätzen die Kameradschaft untereinander. So sieht man Dörfer in der Fränkischen Schweiz, die man sonst nie sehen würde, erklärt der Wanderwart.

Erlebnisse, die die Naturliebhaber nicht mehr missen möchten. "Jedes Eck hat seine eigenen landschaftlichen Reize", sagt Völlner.

Besuchern viel bieten

Den Besuchern, die an diesem Wochenende in den Aischgrund kommen, möchten sie deshalb auch möglichst viel bieten: "Wir geben uns Mühe, jedes Jahr eine andere Strecke zu haben." Genaueres wollten die Zwei noch nicht verraten, nur so viel: Die Wanderer können sich auf Ausblicke über den Aischgrund freuen. Die geplante Tour führt über Nackendorf und den Trimm-Dich-Pfad. Fest steht aber eins: Wer mitwandern will, sollte den Wecker rechtzeitig stellen.

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