Kurz vor Sieben am Donnerstagabend. Licht brennt im Häusla des Petersbecks-Kellers. Wie immer eben am Donnerstag um die Uhrzeit. Im Keller unter dem Gastraum liegen noch ein paar Fässer. Eins davon steht bereits auf der Theke, angestochen. Die Bierkrüge sind poliert - und werden sofort gefüllt. Männer nehmen murmelnd ihre Bierkrüge zur Hand, auf denen ihre Namen eingraviert stehen. Es wird geprostet und getrunken. Das Vereinsheim füllt sich langsam. Auch ein paar junge Frauen kommen.

Die Vorfreude ist zu spüren bei den Mitgliedern des Kellerbergvereins Höchstadt, an diesem letzten Stammtisch vor dem Stärk'-Antrinken, das inzwischen auf dem Kellerberg zur Tradition geworden ist. Am Dreikönigstag (6. Januar) gibt es ab 10 Uhr im Vereinsheim selbst gebrautes Bockbier vom Fass, sowie blaue Zipfel und Schmalzbrote. Jeder sei eingeladen. So lange der Vorrat reicht, gebe es eigenes Bier, heißt es.


Gebräu hat rund 5,8 Prozent

Insgesamt 90 Liter sind es geworden mit 16 Prozent Stammwürze und über 5,8 Prozent Alkohol. Ein vielversprechender Tropfen, sagt zumindest der, auf dessen Krug "Bernd" steht. Er hat es schließlich schon probieren können. Bernd Guthruf nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Krug vor sich, in dem jetzt kein Bockbier ist - dann erzählt der Hobbybrauer, der einige hundert Liter Bier im Jahr selbst herstellt, vom Unterschied von Normal- zu Bockbier: "Im Starkbier sind mehr Malzanteile." Ein normales Bier habe zwölf oder 13 Prozent Stammwürze, ein Starkbier brauche eben mindestens 16 Prozent. Das klingt wie eine Wissenschaft für sich. Ist aber leicht zu merken: Mehr Malz, gleich mehr Zucker, gleich mehr Alkohol. Klingt simpel.

Dass Guthruf das erklären kann, ist Ergebnis eines VHS-Kurses, den er vor Jahren mit Klaus Bessler, der jetzt neben ihm sitzt, besucht hat. Inzwischen kennen die beiden sich bestens in der Welt des Gerstensafts aus. Im Keller unter ihnen lagert das Bier, das sie zum 50. Geburtstag von Guthrufs Frau angerührt haben: "Fuffibier", Marke selbst gebraut.

Es klopft am Tisch. Peter Ross setzt sich dazu. Der Mann, der sich das Rezept des diesjährigen Starkbiers ausgedacht hat und gleichzeitig der Chefvergärer in den Reihen der Starkbierbrauer ist. Ende Oktober letzten Jahres wurde der Sud aufgesetzt. Bernd Guthruf, Klaus Bessler sowie Peter Ross und Martin Uebel waren unter anderem daran beteiligt. Seitdem lagert das Bier hier. Die Bekömmlichkeitsreife ist sicher schon lange erreicht. Und das Limit im Vereinsheim an diesem Abend auch.

Nach und nach sitzen 40 Leute an den Holztischen. "Normalerweise kommen vielleicht 23", sagt Mitglied Jürgen Aurich. Aber es herrscht eben Vorfreude. Dreieinhalb Jahre sind sie jetzt im Häusla, in das der Verein viel Arbeit gesteckt hat. Auch der Erlös des Bockbieranstichs am Dreikönigstag soll dem Erhalt der alten Kelleranlagen zugute kommen. Der Verein hofft auf regen Besuch bei jedem Wetter, denn schließlich trinkt man sich ja Stärk' an.