Da braucht man schnell noch einen Personalausweis oder Reisepass, geht ins Rathaus und erfährt, dass dafür ein biometrisches Passbild notwendig ist. Woher bekommen?, fragten sich da viele in Röttenbach und Adelsdorf, nachdem eine Fotografin ihre Filialen in den beiden Orten aufgegeben und sich nach Höchstadt zurückgezogen hatte.

Um ihren Bürgern die Fahrt zu auswärtigen Fotografen zu ersparen, haben Röttenbach schon im September 2017 und Adelsdorf erst vor wenigen Wochen Passbildautomaten im Rathaus aufgestellt.

Datenschutz wird eingehalten

Das neuere Exemplar in Adelsdorf ist sogar so mit der EDV in der Verwaltung vernetzt, dass die Passfotos im zuständigen Amt gleich digital verarbeitet werden können. Natürlich werden dabei die Auflagen des Datenschutzes eingehalten, versichert Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, werden die Fotos wieder gelöscht.

Für zehn Euro bekommen die Bürger aber auch noch vier Passbilder auf Fotopapier. Liefern muss der Automat biometrische Fotos. Entsprechen diese nicht den Anforderungen, wird das den Nutzern gleich angezeigt und sie können sich noch einmal fotografieren lassen. Kosten fallen für den zweiten Durchgang nicht an.

Angebote für einen solchen, für die Gemeinde kostenlosen Passbildautomaten im Rathaus habe er schon öfter bekommen, sagt Fischkal. Allerdings habe man diese bewusst noch nicht angenommen, weil man mit dem Automaten der Fotografin vor Ort das Geschäft nicht wegnehmen wollte. Aber nach deren Wegzug aus Adelsdorf wäre es für Bürgermeister Fischkal "ein Blödsinn, wenn wir dieses Dienstleistungsangebot unseren Bürgern heute nicht machen würden".

Ähnlich war es auch in Röttenbach. Erst nachdem das einzige Fotogeschäft im Ort zugemacht hatte und Bürger immer wieder im Rathaus nachfragten, habe man sich für den Automaten entschieden, sagt die Röttenbacher Verwaltungschefin Susanne Müller. Zudem habe es ab und an auch das Problem gegeben, dass die mitgebrachten Fotos der Leute nicht biometrisch waren.

Fünf bis zehn pro Woche

In Röttenbach läuft der Automat problemlos und wird auch sehr gut angenommen. Fünf bis zehn Bürger lassen sich hier jede Woche fotografieren. Darunter sind immer wieder auch welche aus Nachbargemeinden. "Es hat sich herumgesprochen", sagt Susanne Müller.

In Höchstadt gibt es noch Fotografen - und keinen Passbildautomaten im Rathaus. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. "Wir haben zwei hervorragende Anbieter in der Innenstadt", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Ein Fotoautomat sei da nicht notwendig. Für Brehm wäre es auch kontraproduktiv, bemüht sich die Stadt doch selbst für eine attraktive Innenstadt.