Pech, wie auch weiteren angeklagten Mitarbeitern einer Nürnberger Firma, wird gewerbs- und bandenmäßiger Zollbetrug vorgeworfen. Seit 9. Oktober saß Pech zusammen mit der Geschäftsführerin dieser Firma und einem zweiten Vertriebsmitarbeiter in Untersuchungshaft. Pech ist der inhaftierte Vertriebsmitarbeiter, für den jetzt der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt worden ist.

Wie Anita Traud, Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, mitteilt, sei das Gericht zum Entschluss gekommen, dass - unter entsprechenden Auflagen - eine Fluchtgefahr nicht mehr gegeben ist. Die Geschäftsführerin des Unternehmens und der zweite Vertriebsmitarbeiter befinden sich weiterhin in U-Haft. Gegen einen zweiten Geschäftsführer liegt Haftbefehl vor - nach dieser Person wird noch gefahndet.

Christian Pech soll nicht der Kopf der kriminellen Machenschaften gewesen sein. Gegen ihn wird wegen Beihilfe ermittelt. Die Firma steht im Verdacht, durch den Import chinesischer Solarplatten Zollgebühren in Höhe von über 30 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

Bis zur Hauptverhandlung ist der 41-jährige Christian Pech, der seinen Wohnsitz in Möhrendorf hat, somit auf freiem Fuß. Er ist studierter Politikwissenschaftler und Betriebswirt. Seit 2014 ist Pech stellvertretender Landrat im Landkreis Erlangen-Höchstadt, seit 2009 sitzt er für die SPD im Kreistag.