Im Protokoll der Baiersdorfer Stadtratssitzungen wird es etwa so verzeichnet, was Feuerwehrkommandant Josef Simon zum Thema Einsatzbereitschaft sagte: "Die Gesamtstärke ist ausreichend, wenn es nur Einsätze zwischen 18 Uhr und 5 Uhr in der Früh gäbe." Baiersdorf, in der unmittelbaren Nähe zu Erlangen gelegen, hat viele Auspendler, weit mehr als Einpendler. Von den 56 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr arbeitet nur einer in Baiersdorf. Deshalb stellt sich die Situation für die Feuerwehr recht schwierig dar. Dass Firmen ihre Mitarbeiter bei Einsätzen freistellen, ist keineswegs selbstverständlich.

Sieht es im Norden des Landkreises Erlangen-Höchstadt oder im Nachbarlandkreis Bamberg besser aus? Durchaus, sagt Georg Krug, Mitglied der Betriebsfeuerwehr der Martin-Bauer-Group (Maba) und zugleich Kommandant der Schlüsselfelder Wehr. Dann schränkt er aber sofort ein. Die Ausgangssituation in Vestenbergsgreuth und in Schlüsselfeld wäre ähnlich wie in Baiersdorf, setzte man nicht auf eine sehr enge und clevere Zusammenarbeit. Und auf Menschen wie Thomas Brehm.

"Wir rücken zu viert aus", sagt Brehm über sich und - seine Mitarbeiter. Der Inhaber einer Elektrofirma hat es gern, wenn sich die Mitarbeiter wie er selbst aktiv bei der Feuerwehr einbringen. Derzeit sind es eben vier, die die nötigen Qualifikationen haben und sie bei Einsätzen der Schlüsselfelder Wehr einbringen. Brehm nennt sich einen "Verfechter des Freistellens". Seine Argumente: Zum einen sei es nicht so oft der Fall. Zum anderen: "Es kann doch jeder in einen Unglücksfall verwickelt werden." In Schlüsselfeld passiert so was häufig auf der Autobahn. Da will Brehm schon öfter gehört haben: "Das sind doch Fremde." Dem kann er gar nichts abgewinnen. Dafür verweist er lieber auf die Dankesbriefe, die die Schlüsselfelder erhalten haben. "Das entschädigt doch für alles."

Kommandowagen ist immer dabei

So sieht das Kommandant Krug. Er hat das Schlüsselfelder Kommando-Fahrzeug sogar während seiner Arbeitszeit auf dem Maba-Gelände stationiert. "Ich bin dadurch sogar schneller am Einsatzort, besonders auf der Autobahn oder auf dem ADAC-Gelände", erklärt Fuhrparkleiter bei Martin Bauer. Und sein Chef hat gar nichts dagegen. Vielmehr ist Martin Wedel der Kommandant der Betriebswehr. Beide sind froh darüber, dass es inzwischen erlaubt ist, in zwei Wehren Dienst zu tun, am Wohnort und am Arbeitsplatz.

Die Betriebswehr rückt im Notfall auch in die Ortsteile von Vestenbergsgreuth aus. Dazu wäre sie im Gegensatz zu einer Werksfeuerwehr mit hauptamtlichem Kommandanten gar nicht verpflichtet. Trotzdem gehen die Maba-Leute noch einen Schritt weiter. Martin Wedel hat mit seiner Wohngemeinde einen Vertrag geschlossen, durch den das Tanklöschfahrzeug der Firma für Einsätze außerhalb des Firmengeländes eingesetzt werden kann.
Noch etwas findet Georg Krug gut: dass das Alter für aktiven Dienst von 60 auf 62 Jahre angehoben wurde. Von diesen Jahrgängen, das weiß er aus eigener Erfahrung, sind viele gut greifbar, weil ihr Berufsleben zu Ende geht. Wegen geringerer Leistungsfähigkeit hat er keine Bedenken: "Sie können immer nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden. Ein Atemschutzträger mit einem Schnupfen muss dann ja auch eine andere Aufgabe übernehmen", relativiert er die möglichen Probleme.