Einen Kreisel möchten sie, die Lonnerstädter, an der gefährlichen Kreuzung der B 470. Auf keinen Fall jedoch eine Ampelanlage wie die Adelsdorfer. Denn dann könnte sich der Verkehr bis nach Mailach zurückstauen, befürchten "die Hottentotten". Das bewährte Vierergespann war bei der Premiere der "Loschedder Faschingsgaudi" im Sonnensaal wieder ein Riesen-Lacherfolg.

"Dorfgschmarri" halt, das Philipp Rehder, Aneka Reif, Hans-Jürgen Raber und Patrick Teufel in gesprochener Zeitlupe unter die Leute brachten. "Dass die Mailacher ihr Feuerwehrauto es brenna ogfangt hot", zum Beispiel, oder dass ein Reinigungsgeschäft die "Höschedder Bänk" in der Altstadt gesponsert hat. "Alle, die draufgsessn sind, mussten anschließend ihre Kleidung in die Reinigung bringen." Dass "immer mehr Leit aus der Kergn austreten", haben auch die Hottentotten bemerkt. Sie fragen sich daher, ob diese Eltern ihre Kinder in den kirchlichen Kindergarten bringen dürfen, auch wenn sie keine Kirchensteuer bezahlen.

Grundsätzlich sind die Hottentotten der Meinung, dass die Zeit "immer verrückter wird". Oder wie sonst wäre zu verstehen, "dass die Biogasanlage dem Bauern eine SMS schickt, wenn die Kacke am Dampfen ist"?

Besuch aus Transsilvanien

Musik, Tanz, Gesang, Sketche und jede Menge "Loschedder Gwaaf" ist das bewährte Rezept der Faschingsgaudi, die in diesem Jahr zum 33. Mal über die Bühne ging. Nachdem sie in den Vorjahren dem Spektakel immer "in zivil" beiwohnten, waren Landrat Alexander Tritthart und seine Frau diesmal offensichtlich direkt aus Transsilvanien im Aischgrund aufgeschlagen. Als bluttriefende Vampire waren sie kaum zu erkennen.

Elf dumpfe Schläge und viel Nebel läuteten die Sitzung im proppenvollen Sonnensaal ein. Moderator Thomas Bär, der bereits 30 Faschingssitzungen auf dem Buckel hat, schwebte direkt aus Himmelshöhen ein. Weniger fromm waren die Witze und Sprüche, die er ins Publikum feuerte. Zum "dreifach Loschedder - Gwaaf!" forderte "der alte Bär" das Publikum unzählige Male auf.

Der ewige Streit

Im ersten Block beherrschte vor allem die Jugend die Bühne. Markus Lenk und sein frühreifer Nachwuchs oder die Youngster Marcel, Isabel, Kim, Michelle, Hanna und Maja, die sich ihr künftiges (Berufs-)leben ausmalten. Markus Ruhmann verriet als "Quetschenmoo", dass er einfach nie "Nein" sagen kann. Wolli Weinkauf hatte ein Problem mit "Tupperware" und belauschte daher einen Verkaufsabend im eigenen Heim. Viel zu lachen gab es bei der Baustelle mit Wolli Weinkauf als Chef, einem ungeschickten Gesellen (Frank Iftner) und einem tollpatschigen Stift (Felix Bruckmann). Es folgte ein "Sextett", das an Komik kaum zu überbieten war. Markus Ruhmann, Frank Hasslauer, Hans-Jürgen Raber, Jacqueline Bär, Aneka Reif und Marlen Derrer fochten musikalisch einen Streit zwischen Männern und Frauen aus. Zu vorgerückter Stunde brachte ein Männerballett das Publikum zu Lachtränen. Im letzten Block gab neben viel Musik und Tanz auch eine "Rocky Horror Picture Show".

Das Bühnenbild hatte in bewährter Weise wieder Hans Singer gestaltet. Das Original zeigte Lonnerstadt als "Geschlossene Gesellschaft" versperrt und zugekettet, wohl als Hinweis darauf, dass immer mehr vom ursprünglichen Dorf verloren geht. Auch die neu bebaute "Toskana-Siedlung" und die bis dato "unveränderte Kita" hat Singer malerisch karikiert.