Keine Frage: Der Aussichtspavillon in der Nähe des Lonnerstadter Schützenhauses am "Roter Berg Weg" ist ein tolles Fleckchen in der Marktgemeinde. Besonders an lauen Sommerabenden lässt sich dort oben gut verweilen und die Aussicht genießen. Weil der Pavillon unbeobachtet zwischen Gräsern und Hecken hoch über Lonnerstadt thront, treiben dort immer wieder Vandalen ihr Unwesen.

Bereits in der Zeit von Freitag, 31. Mai, auf Samstag, 1. Juni, besprühten bislang unbekannte Täter den Pavillon beim Schützenhaus. Große schwarze Schriftzüge prangern auf dem Holz, "Patron Girls" steht auf der Außenwand. Auch an den anderen Holzbalken und im Inneren des Hüttchens haben die Täter gesprüht. Geschätzt ist ein Sachschaden von mindestens 2000 Euro entstanden, teilt die Polizei Höchstadt mit.

Wie Sabine Röhrer, Leiterin der Höchstadter Polizei, berichtet, gebe es noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Weitere Angaben könne sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Anzeige erstattet

Gestern hat Lonnerstadts Bürgermeister Stefan Himpel (FW) bei der Polizei Anzeige erstattet. "Das ärgert mich wahnsinnig", sagt er. Für ihn sei es absolut nicht nachvollziehbar, weshalb dort derart gewütet werde. Dass Besuchern einmal eine Bierflasche herunterfalle, das könne passieren, meint Himpel. Graffitis und eingeschlagene Scheiben gehen aber entschieden zu weit.

Für den Schaden muss nun die Marktgemeinde aufkommen. Die Schmierereien werden sich nur mit einem Sandstrahlgerät entfernen lassen, vermutet der Bürgermeister. Und das gibt es nicht einmal im Bauhof, eine externe Firma muss dafür anrücken. In mühsamer Eigenleistung haben die Naturfreunde den Pavillon 2011 angelegt. Finanziert wurde er aus EU-Mitteln.

Der Frust bei Lonnerstadts Bürgermeister ist besonders groß, weil erst im vergangenen Oktober Vandalen am Pavillon gewütet hatten. Vermutlich am Kirchweihwochenende haben sie zwei Scheiben des Pavillons eingeschlagen. Diese sind komplett zerborsten.

Rund 1200 Euro Schaden sind entstanden. Dazu ist die Reinigungsarbeit gekommen. Der Bauhof musste das Areal sogar kurzzeitig absperren. Schon damals sei es nicht das erste Mal gewesen, dass sich Vandalen dort austobten, so Himpel. Es sei schon ein Lagerfeuer geschürt und Dachziegel herunter gerissen worden.

Kaputte Scheiben: Täter gefunden

Die gute Nachricht: Die Polizei hat die Täter inzwischen ermittelt. Drei Jugendliche aus der Umgebung sollen dafür verantwortlich gewesen sein. Deren Eltern hätten den Schaden problemlos bezahlt, einen Strafantrag hat die Gemeinde bisher nicht gestellt, erklärt Himpel.

Wer den aktuellen Schaden, die Schmierereien, angerichtet hat, dafür hat Himpel keine Anhaltspunkte. Dass es sich um die gleichen Täter wie im Oktober handelt, glaubt er aber nicht. Auch, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, darüber lasse sich nur spekulieren. "Die größte Chance liegt nun im Zeugenaufruf."

Zeugenaufruf

Kontakt Zeugen, die etwas beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Höchstadt, Tel. 09193/6394-0 in Verbindung zu setzen.red