Sieben Monate lang herrschte reger Betrieb auf der Baustelle in der Neuweststraße 5 in Uehlfeld, denn ansonsten wäre nach dem 31. 12. die ärztliche Zulassung verfallen. Anfang Februar wurden nun in der neuen Hausarztpraxis die ersten Patienten empfangen. Der Nachfolger von Dr. Malotta, der sich im Frühjahr 2015 in den Ruhestand verabschiedet hat, heißt Dr. Markus Wischnack und ist hausärztlicher Internist. Gemeinsam mit seiner Frau und drei weiteren Mitarbeiterinnen möchte er die ärztliche Versorgung im Ort gewährleisten. Im Interview verrät er unter anderem, was ihn nach Franken verschlagen hat.

Wo kommen Sie denn ursprünglich her?
Markus Wischnack: Gebürtig stamme ich aus Karlsruhe. Da meine Frau allerdings aus Dortmund kommt, habe ich in den letzten Jahren gemeinsam mit ihr dort gelebt.

Hatten Sie auch dort schon eine eigene Praxis?
Ja, ich hatte eine Gemeinschaftspraxis mit einer ehemaligen Kollegin aus dem Krankenhaus. Als diese dann aber aus dem Praxisbetrieb ausgeschieden ist, habe ich das als Chance angesehen. Ich hatte große Lust, mich wieder in Richtung Süden umzuorientieren. Daher begann ich Ende 2014 damit, mithilfe einer Anzeige gezielt in Bayern und Baden-Württemberg nach einer neuen Herausforderung als hausärztlicher Internist zu suchen.

Und wie war die Resonanz auf Ihre Anzeige?
Über mangelnde Anfragen konnte ich mich wirklich nicht beschweren. Innerhalb von 14 Tagen nach Schalten der Anzeige war mein Mail-Postfach am überquellen - darin befanden sich etwa 90 Anfragen allein aus Bayern.

Wie erklären Sie sich die große Nachfrage?
Viele Ärzte - vor allem auf dem Land - haben das Problem, dass sie keinen Nachfolger für ihre Praxen finden. Da entsteht ein mächtiges Ungleichgewicht. Glücklicherweise konnte ich meine Praxis einem Nachfolger übergeben.

Und dann entdeckten Sie ein Angebot in Uehlfeld?
Es war eher so, dass Uehlfeld mich entdeckt hat. Es haben sich tatsächlich einige Gemeinden bei mir gemeldet, und Uehlfeld war eine davon. Im Mai letzten Jahres hat Bürgermeister Stöcker meine Frau und mich in die Gemeinde eingeladen und mächtig Werbung dafür gemacht. Diese war aber meines Erachtens voll und ganz berechtigt!
Wie gefällt es Ihnen denn bislang in Ihrer neuen, fränkischen Heimat?
Sehr gut! Das Fränkische kannte ich ja schon. Wir haben Freunde, die in der Nähe von Hersbruck wohnen, und die wir schon vor unserem Umzug regelmäßig besucht haben. Auch Uehlfeld verfügt über schöne Ecken - bei unserem ersten Ausflug hierher zeigte uns Herr Stöcker die Weiherketten bei Gottesgab. So etwas ist schon beeindruckend.

Verraten Sie uns doch etwas über Ihren studentischen Werdegang! Was hat den Ausschlag für ein Medizinstudium gegeben?
Für mich standen immer zwei Studiengänge zur Wahl - Maschinenbau und Medizin. Maschinenbau wurde dann zum Hobby und Medizin zum Beruf. Ich war seit meinem 15. Lebensjahr ehrenamtlich bei den Johannitern aktiv und absolvierte dort auch meine Sanitäterausbildung - so sammelte ich erste Erfahrungen in diesem Bereich.

Und wo haben Sie studiert?
In Homburg und Freiburg. Für mein praktisches Jahr zog ich dann wieder zurück in meine Heimatstadt Karlsruhe.

Warum haben Sie sich auf die Innere Medizin spezialisiert? Was fasziniert Sie daran?
Ich stand auch hier wieder vor der Wahl: HNO oder Innere? Am Ende wurde es die Innere Medizin, weil es sich dabei aus meiner Sicht einfach um einen viel breiteren Teilbereich der Medizin handelt.

Was machen Sie, wenn Sie gerade keinen weißen Kittel tragen? Was sind Ihre Hobbies?
Ich trage grundsätzlich keinen Kittel. Meine großes Hobby sind Kraftfahrzeuge. Ich schraube sehr gerne in meiner eigenen Werkstatt. Zum Glück hat unser neues Haus auch eine große Scheune, wo ich meine Leidenschaft ausleben kann. Die einzige Herausforderung besteht für mich darin, montags wieder mit sauberen Händen in der Praxis zu stehen.

Wie sieht es mit der Finanzierung der Praxis aus?
Einen großen Teil hat die Städtebauförderung finanziert, einen weiteren die Gemeinde. Zudem habe ich trotz einer nicht vorhandenen Ärzte-Unterversorgung in der Gemeinde einen Förderbescheid beantragt. Denn wenn nur ein Arzt seine Praxis aufgeben würde, wäre in Uehlfeld eine Unterversorgung gegeben. Nachdem ich statistische Daten herangeholt und eine mehrseitige Begründung geschrieben habe, wurde uns diese Förderung auch von der bayerischen Gesundheitsagentur gewährleistet.

Wer hat alles bei den Bauarbeiten geholfen?
Das waren überwiegend regionale Handwerker, die trotz voller Auftragsbücher dazu bereit waren, auf der Baustelle mit anzupacken.

Gab es auch Probleme auf der Baustelle?
Aus meiner Sicht nicht. Trotz des Zeitdrucks und der Abstimmungsfragen hat alles gut geklappt. Alle haben toll zusammengearbeitet. Ich wurde sehr eng in die Planung einbezogen, sodass nun auch alles nach meinen Vorstellungen aussieht.

Das Gespräch führte
Larissa Händel.