Der Automobilzulieferer stellte am Mittwoch in Herzogenaurach seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2018 vor. Wichtigste Erkenntnisse: Die Erlöse stiegen im vergangenen Geschäftsjahr um 3,9 Prozent (währungsbereinigt). Und: Schaeffler will weitere hunderte Jobs in Deutschland streichen.

In einem ersten Schritt eines bis 2024 angelegten Programms will Schaeffler Einsparungen von 90 Millionen Euro erzielen, wie das Unternehmen mitteilte. Dass Programm firmiert unter dem Akronym "RACE". Die Abkürzung steht für "Regroup Automotive for higher Margin and Capital Efficiency" - es geht also um die Steigerung der Kapital-Effizienz: "Produkte, die auslaufen oder keine ausreichende Rendite erzielen, werden auf den Prüfstand gestellt", heißt es in einer Pressemitteilung von Schaeffler.

Gewinnmarge im hohen einstelligen Prozentsatz

Gemeint ist vor allem der auf dem Verbrennungsmotor basierende Automobilsektor. Eine "ausreichende Rendite" ist laut Pressemitteilung übrigens eine Umsatzrendite im "hohen einstelligen Prozentbereich". Dafür werde man "eine rigorosere Kosten- und Kapitaldisziplin an den Tag legen." Davon unberührt bleiben Aktionäre: An sie wird wie im Vorjahr eine Dividende von 55 Cent pro Aktie ausgeschüttet: Von den Belastungen durch den Konzernumbau sollen Aktionäre möglichst nichts bemerken.

Rund 900 Stellen sollen insgesamt wegfallen, 700 davon in Deutschland. Man strebe "sozialverträgliche Lösungen ohne betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen an". Voraussichtlich seien fünf Standorte in Europa betroffen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Schaeffler Stellenstreichungen angekündigt.

Umsatz soll um 1 bis 3 Prozent wachsen

Unter dem Strich sei der auf die Anteilseigner entfallende Konzerngewinn im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent auf 881 Millionen Euro gesunken, hieß es weiter. Der Erlös kletterte vom starken Euro gebremst um 1,6 Prozent auf 14,24 Milliarden Euro.

Ohne Wechselkurseffekte wären es 3,9 Prozent gewesen und damit etwas weniger als in der Prognose mit mindestens vier Prozent zuletzt angestrebt. 2019 rechnet der Konzern mit noch weniger Schwung als im Vorjahr. Der Umsatz soll um Währungsseinflüsse bereinigt um 1 bis 3 Prozent wachsen.