Die im Juli gegründete Irish Folk Band "Paddys last Order" aus Herzogenaurach ist am Dienstag, 16.Oktober, 20 Uhr, erstmals live zu hören. In einer öffentlichen Probe (ohne Eintritt) geben die Sechs im "Downtown" die schönsten Pubsongs und Traditionals der Grünen Insel zum Besten. Bandleader Thomas "Smiley" Schönfelder verspricht: "In gemütlicher Runde wird auch das ein oder andere Guinness fließen, so viel ist klar". Mitsingen ist natürlich erwünscht. Der 34-jährige Mitbegründer der neuen Band macht seit 18 Jahren Musik macht (unter anderem mit seiner früheren Band "Fish'n'Chips") und hat sich von Anfang an dem Irish Folk verschrieben. Die Band das sind Basti "George Marshal" Birk (Git/Harmonica), Emma Deutsch (Fiddle), Georg "The flying Farmer" Bucher (Akkordeon), Jörg "Jasper" Brandt (Banjo/Git/Voc), Klaus Lohmaier (Bass/Voc), Thomas "Smiley" Schönfelder (Bodhràn/Git/Voc)

FT: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, die Band zu gründen?
Smiley: Ich persönlich spiele schon lange mit dem Gedanken, wieder Irish Folk zu machen, das mit "Fish'n'Chips" is ja schon ewig her. Und ich war letztes Jahr in Irland, dann stand bei mir der Beschluss fest.

Der Irland-Urlaub war der Auslöser?
Ja. Den Jasper (gemeint ist Jörg Brandt, die Red.) von den Bonker Brothers hatte ich schon vorher heiß gemacht, und den Klaus Lohmaier hab ich danach auch gefragt.
Kommen die nicht eher von der härteren Rockmusik?
Nee nee, der Jasper spielt im Duo mit den Bonker Brothers viel Irish Folk und der Klaus war ja mal mit dem Tom Cat Wilson und Alberto Parmigiani bei den "Plastic Paddys"; hatte auch sofort wieder Bock auf Folk. Das Ganze ist eh mehr eine Spaßcombo.

Was heißt das?

Na, wir haben alle wenig Zeit. Ich hab ein kleines Kind, der Georg Bucher einen Bauernhof zu versorgen und so weiter. Wir wollen das in der Band so authentisch wie möglich machen und einfach Spaß haben. Außerdem spielen eigentlich alle noch in anderen Bands. Ich zur Zeit noch solo, bei "Smiley & Friends" und nach wie vor bei "Ragin' Diarrhea".
Das hört sich nach einer Menge Arbeit an. Wie oft wollt ihr denn mit der neuen Band auftreten?
Jetzt schauen wir erst mal, wie es läuft; aber so fünf bis zehn Auftritte im Jahr wären doch schön. In Erlangen werden wir auch demnächst spielen, im "Granny Mac's Irish Pub". Dafür gibt es aber noch keinen Termin Und am Samstag, 10. November, spielen wir bereits in Bamberg im Irish Pub. Da wird dann richtig gefeiert!

Was ist so faszinierend am Irish Folk. Das lässt einen Musiker nicht mehr los, wenn er erst mal begonnen hat damit. Ist doch so oder?
Genau so isses. Und wenn man das mal im Original in Irland erlebt hat, sowieso nicht. Die Musik in Irland in einem Pub, wenn alle mitsingen und die Stimmung bestens ist, Alt und Jung kennen die Texte, alle sind gut drauf. Das ist einfach klasse, auch das Feeling dort. So eine Kneipenkultur gibt's bei uns halt nur äußerst selten. Man ist schnell fasziniert: Von der Luft, den Leuten und dem Bier.

Irische Trinklieder - ideal für ein Kneipenfestival oder?
Genau. Aber dieses Jahr noch nicht.

Was ist denn das bekannteste Lied zum Mitsingen?
"Wild Rover", die Melodie von "An der Nordseeküste" (leider von Klaus & Klaus total verschandelt). Oder "Whiskey in the Jar", da gibt's auch eine Version von Metallica. Aber wir halten uns möglichst an die Originale von den Pogues oder Dubliners und machen unsere Lieder am liebsten sogar ohne Technik. Pure Irish Folk eben.

Und da passt dann die Fiddle wunderbar dazu.
Auf jeden Fall. Was man unbedingt erwähnen muss: unser Goldstück, die Emma. Sie ist 25 Jahre alt und spielt Geige. Ich hab sie über die Musikschule kennengelernt. Sie macht schon sehr lange irische und amerikanische Folkmusik. Ich glaub, ihr gefällt's bei uns ganz gut.

Ist sie auch aus Herzogenaurach?
Emma kommt ursprünglich aus den USA und hat dort deutsche Geschichte und Sprache studiert. Sie wohnt in Herzogenaurach und macht zur Zeit eine Bäckerlehre beim Römmelt. Lustig ist, dass alle immer denken, sie ist bei Adidas oder Puma, nur weil sie Slang spricht.

Wie ist überhaupt der Name der Band zustande gekommen? Wer ist Paddy?
Nach den ersten paar Proben hatten wir schon an die 20 Lieder. Das ging so gut, dann musste ein Name her. Wir haben in einer Probe demokratisch abgestimmt. Es gab Unmengen an Namensvorschlägen. Paddy ist der Spitzname für alle Iren, so wie der deutsche Michel ungefähr.

Und diesen Paddy hast du schon oft getroffen...?
Klar. Ich war ja schon fünfmal in Irland.