Für Schwester Teresa Zukic war der Abend im Oberlindacher Hotel Acantus ein Heimspiel. Sie musste nicht mit dem Auto und der Aufschrift "Unterwegs im Auftrag des Herrn" anreisen, sondern nur über die Straße gehen. Nicht nur für die über einhundert Gäste und die Ordensschwester war es ein besonderer Abend, der vom hervorragenden Pianisten Claus Keller musikalisch begleitet wurde. Es war auch ein besonderer Abend für die Kinderkrebsstation der Erlanger Kinderklinik, denn eine Spende über 500 Euro wurde an dem Abend entgegengenommen.

"Der Abend war für mich selbst sehr bewegend und es waren wunderbare Zuhörer im Saal", erklärte Zukic zu einer tollen Veranstaltung. Der Weisendorfer CSU-Ortsverband hatte zu einer Benefizveranstaltung mit der als "Skateboard fahrenden Ordensschwester" bekannt gewordenen Teresa Zukic, die erst kürzlich ihren 50. Geburtstag feierte, eingeladen. Die im ganzen deutschsprachigen Raum gefragte Referentin wurde bereits mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie ist weiterhin Buchautorin, Komponistin von Rockmusicals und Malerin sowie eine begeisterte Hobby-Köchin.

Ungewöhnlicher Lebensweg

Die Ordensschwester, die "immer im Auftrag des Herrn unterwegs" ist, erklärt gleich eingangs: "Mein Leben ist mein Hobby." Sie trug humorvoll und einer unnachahmlichen Ruhe ihren nicht ganz gewöhnlichen Lebenslauf vor. "Allerdings war der Weg zu dem, was ich heute bin, nicht ganz leicht", gibt sie zu. Eigentlich war für die gebürtige Kroatin ein ganz anderes Leben vorgesehen. Sie war Leistungssportlerin. "Das sieht man mir heute nicht mehr an", erklärte sie lächelnd. Als Schülerin eines Sportinternates sei sie eines Nachts "existenziell berührt" worden. Teresa Zukic erzählt von dieser für sie so entscheidenden und einschneidenden Nacht, die alle ihre Karriere- und Berufswünsche in den Hintergrund gestellt hatte.

"Der befreiende Umgang mit Fehlern", lautete ihr dreiteiliger Vortrag, damit waren aber nicht die politischen Vertreter gemeint, sonder die Menschen allgemein. Im letzten Jahr hielt die umtriebige Ordensschwester 190 Vorträge, ob bei Topmanagern, Landfrauen, Bankern oder in Kirchen.

Aus Fehlern lernen

"Wie gehe ich mit meinen eigenen Fehlern um?", oder "Wie gehe ich mit den Fehlern der anderen um?" und "Wie gehe ich mit den Fehlern der Gemeinschaft um?", wollte Schwester Teresa den Besuchern nahe bringen und sie überzeugen. Sie versuchte zu erklären, was der Unterschied eines Fehlers zur Sünde ist. Man merke sehr schnell, welche Launen, Ideen und Neigungen die Menschen haben. "Jeder von uns möchte normal erscheinen, doch die Bibel sagt, dass jeder Mensch ein Sünder ist", sagte die Schwester.

So gebe es auch in der Liebe Ehrlichkeit und Unehrlichkeit, aber eine Sünde ist, wenn man gegen die Liebe handle. "Ich halte es für falsch, keinen Fehler zu machen, denn wenn Menschen keinen Fehler machen, liegen sie auf dem Friedhof."

Schwester Teresa deckt auf: "Was Menschen schlecht können, ist einen Fehler zuzugeben." So werde zuerst der Fehler bei den anderen gesucht und das beginne schon in der Kindheit. "Wir haben nicht nur einen Gott, wenn ich alles richtig mache, wir haben auch einen Gott, wenn ich alles falsch mache", erklärte sie. Denn Gott habe dem Menschen etwas Wundervolles gegeben, die Freiheit.

Optimistisch in den Tag starten

Schwester Teresa: "Ja, wir empfinden die Fehler als ärgerlich, weil wir immer hundertprozentig sein wollen, nein: 150-prozentig. Aber es ist nicht schlimm, dass wir Fehler machen. Denn durch Fehler entwickeln wir uns auch weiter." Das Problem sei, dass der Mensch Fehler schlecht zugeben könne.

Das Entscheidende sei nicht, dass Fehler gemacht werden, sondern "was die Fehler anschließend mit uns machen". Der Mensch müsse lernen, zu seinen Fehlern und Schwächen zu stehen. "Ich mache es so, wenn ich morgens aufwache, dann sag ich mir, das wird heute der schönste Tag in meinem Leben", gab die Ordensschwester den Tipp an die applaudierenden Zuhörer.

"Ich hab noch nie erlebt, dass es einem vollen Saal bei einem Vortrag so ruhig war", meinte Landrat und Ortsvorsitzender Alexander Tritthart am Schluss der Veranstaltung.